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Berliner Eisbärliebling: 

Handfester Streit um Knut-Gewinn

20. Feb 2008 16:59
Knut ist der Streit um die Werbe-Einnahmen egal
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Knut ist niedlich, aber Knut ist auch knallhartes Geschäft. Der Zoo Neumünster pocht auf Eigentumsrechte an dem pelzigen Medienstar und will notfalls den Zoologischen Garten in Berlin verklagen. Es geht um viel Geld.

Berlins Eisbärliebling Knut startet am 6. März bundesweit in den Kinos seine Karriere als Filmstar («Knut und seine Freunde»). Doch vorher droht Ärger: Knut und der Streit um das Fell des Bären könnten ein Fall fürs Gericht werden. Denn der Zoo Neumünster pocht bis zum Äußersten entschlossen auf Eigentumsrechte an dem Medien- und Werbestar.

«Wir müssen unsere Rechte wahrnehmen, notfalls in einem Präzedenzfall», sagte Zoochef Peter Drüwa am Mittwoch. Sein Berliner Kollege vom Zoologischen Garten, Bernhard Blaszkiewitz, gab sich zugeknöpft und blockte alle Forderungen zu seinem mittlerweile 14 Monate alten Publikumsmagneten ab: «Dazu sage ich nichts.» Er bezifferte die Knut-Gewinne im Vorjahr auf rund fünf Millionen Euro.

Hintergrund des zugespitzten Streits ist das «Familienbuch» der Eisbär-Familie von Knut, den bereits mehr als 2,5 Millionen Menschen besucht haben. Vater Lars kam 1999 aus Neumünster als Leihgabe nach Berlin. Laut Drüwa ist in einem Vertrag festgehalten, dass das Ergebnis der ersten «ungeraden Nachwuchs-Zeugung» durch Lars dem Zoo Neumünster gehört. Die üblicherweise nur wenige Minuten dauernde Zeugung von Knut zwischen Lars und Eisbär-Mama Tosca hat nun das zähe Gerangel der beiden Zoos zur Folge.

Gewinn von rund fünf Millionen Euro

«Knut ist ganz klar unser Eigentum, mit dem in Berlin Geschäfte gemacht worden sind», betonte Drüwa seine Sicht. Er hätte «kollegial erwartet, dass der Kollege in Berlin sagt, gut, dann machen wir was für Neumünster». Nachdem die Berliner aber nur die kalte Schulter gezeigt hätten, habe der Zoo Neumünster keine andere Wahl.

Blaszkiewitz hatte am Mittwoch Zeitungsberichte bestätigt, wonach die Begeisterung um Knut dem Berliner Zoo einen Gewinn von rund fünf Millionen Euro beschert habe. Die Summe setze sich zusammen aus etwa 4,1 bis 4,2 Millionen Euro durch zusätzliche Ticket-Einnahmen sowie rund 750.000 Euro aus Marketing-Erlösen. Der heute gut 140 Kilo schwere Knut war in seinen «Knuddel-Zeiten» erfolgreich vermarktet worden. Es gab ihn in Plüsch, in Porzellan, als Zuckergummi, auf Tee- und Kaffeetassen, Kopfkissen, T-Shirts, Postkarten und Postern sowie hunderttausendfach auf DVD und in Videofilmen.

Vorentscheidung am 5. März

Die Zoo-Leitung in Neumünster will gemeinsam mit ihrem Kuratorium und dem Beirat der dortigen Tiergartenvereinigung am 5. März eine Vorentscheidung zu juristischen Schritten treffen. Eine Klage sei gut möglich, hieß es. Die endgültige Entscheidung solle auf der Mitgliederversammlung am 17. März bekanntgegeben werden. Für die bisher abweisende Haltung von Berlins Zoochef Blaszkiewitz ließ Drüwa sogar etwas Verständnis erkennen. «Der Kollege, den ich seit 30 Jahren kenne, steckt hier nicht gerade in einer superschönen Geschichte», sagte Drüwa. Neumünster könnte das Geld für neue Pinguin-Anlagen und eine Sanierung des Tiger-Geheges gut gebrauchen.

Knut war am 5. Dezember 2006 geboren worden. Ein mit ihm zur Welt gekommener Bruder starb nach vier Tagen. Mutter Tosca nahm ihren Nachwuchs nicht an. Tierpfleger Thomas Dörflein zog Knut über mehrere Monate von Hand auf. Weltweit hatten Millionen Menschen Anteil am Schicksal des kleinen Bären genommen. Bei der Weltpremiere von Knut am 23. März des Vorjahres mit seinem Paten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) berichteten mehr als 500 Journalisten. Danach setzte ein beispielloser Andrang bei Knuts Bärenfelsen ein. Die «Knut-Show» mit Pfleger Dörflein begeisterte die Massen 108 Tage lang. (dpa)

 
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