Schießerei in Illinois:
Ex-Student läuft Amok an Universität
15. Feb 2008 07:32
 |  Sanitäter transportieren einen Verletzten ab | Foto: AP |
|
Mindestens sechs Menschen wurden bei einem Massaker in den USA getötet. Die Motive des schwer bewaffneten Täters liegen noch völlig im Dunkeln.
Ein ehemaliger Student der Universität von Northern Illinois erschoss nach Behördenangaben sechs Studenten und verletzte 16 weitere, bevor er sich selbst umbrachte. Nach Augenzeugenberichten tauchte der schwarz gekleidete Schütze in einer Geologie-Vorlesung plötzlich hinter einer Abschirmung auf der Bühne auf und eröffnete das Feuer. Er war mit einem Schrotgewehr und zwei Faustfeuerwaffen bewaffnet. Laut Polizei dauerte der Amoklauf vermutlich nur wenige Minuten. Das Motiv sei bislang unklar.
Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen nach den ersten Schüssen. Der Schütze wurde von Studenten als «dünner, weißer Kerl» beschrieben. Er habe sich seine Opfer anscheinend gezielt ausgesucht, berichteten Zeugen. «Ein Mädchen wurde ins Auge getroffen, ein Kerl erhielt einen Schuss ins Bein», erzählte ein Student. Die Universität wurde für Freitag geschlossen.
Vierte Schiesserei innerhalb einer Woche
Es war bereits die vierte Schießerei an einer amerikanischen Schule binnen einer Woche. Die Universität, die rund 100 Kilometer westlich von Chicago liegt und von etwa 25.000 Studenten besucht wird, war im Dezember während der Abschlussprüfungen für einen Tag geschlossen worden, nachdem die Campus-Polizei rassistische Drohungen und Hinweise auf den Amoklauf an der Universität Virginia Tech aufgetaucht waren, bei dem im vergangenen April über 30 Menschen getötet wurden.
Nachdem die Ermittlungen aber keine Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr ergaben, wurde der Lehrbetrieb nach der kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen. Universitäts-Präsident John Peters erklärte, er wisse nicht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem damaligen Vorfall und dem Amoklauf vom Donnerstag gebe. (AP)