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Dreister Beutezug verschreckt Museumsmanager

11. Feb 2008 12:13, ergänzt 15:45
Geklaut: das Gemälde
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Binnen vier Tagen sind in Zürich zwei Mal wertvolle Gemälde gestohlen worden. Bewaffnete Räuber erbeuteten Ölbilder im Wert von 110 Millionen Euro. Eine Picasso-Ausstellung wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Bewaffnete Räuber haben aus einem Züricher Museum vier impressionistische Gemälde im Wert von mehr als 180 Millionen Franken (110 Millionen Euro) entwendet. Wie die Polizei am Montag mitteilte, handelt es sich bei den am Sonntagnachmittag aus der Sammlung E.G.Bührle geraubten Bilder um «Der Knabe mit der roten Weste» von Paul Cézanne, «Blühende Kastanienzweige» von Vincent van Gogh, «Mohnfeld bei Vetheuil» von Claude Monet und «Ludovic Lepic und seine Töchter» von Edgar Degas.

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  • Der Züricher Rüstungs- und Maschinenindustrielle Emil Georg Bührle hatte im 20. Jahrhundert eine der wichtigsten privaten Sammlungen europäischer Malerei zusammengetragen, in deren Mittelpunkt der französische Impressionismus und Nachimpressionismus stehen. Die Sammlung umfasst rund 200 Exponate und wird in einer Zürcher Villa ausgestellt.

    Drei vermummte, bewaffnete Täter

    Laut Darstellung der Polizei spielte sich der Überfall wie folgt ab: Kurz vor 16.30 Uhr seien drei vermummte Männer in das Gebäude eingedrungen. Einer der Männer habe die Personen im Eingangsbereich mit einer Faustfeuerwaffe bedroht und sie gezwungen, sich auf den Boden zu legen.

    Die Ausstellungs-Villa der Sammlung Bührle
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    Die zwei anderen Täter hätten sich in den Ausstellungssaal im Erdgeschoss begeben und die vier wertvollen Gemälde gestohlen. Anschließend seien sie aus dem Gebäude geflüchtet und hätten die Bilder unmittelbar vor dem Museum in ein weißes Fahrzeug verladen, mit dem sie Richtung Zollikon davonfuhren. Für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der geraubten Gemälde führen, wurde eine Belohnung von 100.000 Franken ausgesetzt.

    Picasso-Raub am Dienstag

    Erst am vergangenen Mittwochabend hatte ein Kunstraub in der Schweiz für Aufsehen gesorgt: Aus einer Ausstellung im Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon südlich von Zürich wurden zwei Gemälde von Pablo Picasso gestohlen, «Tête de Cheval» (Pferdekopf, 1962) und «Verre et pichet» (Glas und Karaffe, 1944). Die Bilder, die dem Sprengel Museum in Hannover gehören, sollen mehr als drei Millionen Euro wert sein. Von Tätern und Bildern fehlt jede Spur. Noch ist unbekannt, ob es möglicherweise Zusammenhänge zwischen den beiden Kunstdiebstählen gibt.

    Ausstellung geschlossen

    Nach dem erneuten Kunstraub in der Schweiz soll die Picasso-Ausstellung im Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon nun geschlossen werden. Der Raubüberfall bei Zürich sei «eine andere Kategorie der Gewalt», sagte der Direktor des Sprengel Museums Hannover, Ulrich Krempel, am Montag. Angesichts der neuen Situation bestehe «Gefahr für Leib und Leben», sagte Krempel. (dpa)

     
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