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Mutter ertränkt zwei Kinder in der Badewanne

08. Feb 2008 16:46
Gedenken an eine grausame Tat: Kerzen vor der Tür zum Haus der Familie
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Fassungslose Nachbarn haben Rosen und Kerzen vor das Wohnhaus gelegt, in dem eine offensichtlich psychisch kranke Frau ihre zwei jüngsten Kinder getötet hat, während ihr Mann schlief.

Eine fünffache Mutter hat am Freitag in Gersthofen bei Augsburg ihre beiden jüngsten Kinder umgebracht. Die offensichtlich psychisch kranke Frau ertränkte das knapp zwei Jahre alte Mädchen und den fast fünf Monate alten Jungen in der Badewanne.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft leidet die 35-Jährige an Depressionen. Die Ermittlungen zu der Tat stünden aber erst am Anfang, sagte Augsburgs Leitender Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. Die Frau wurde festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik eingewiesen. Sie habe die Tat gestanden und sei «fix und fertig», sagte der Ermittlungsrichter nach der Entscheidung. Nachbarn äußerten sich fassungslos über die Tat und stellten Kerzen vor dem Eingang zu dem Wohnhaus auf, andere legten Rosen nieder.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte die Mutter in den Morgenstunden in ihrer Wohnung die Badewanne mit Wasser gefüllt und unbemerkt von ihrem schlafenden Ehemann und den drei älteren Kindern zuerst ihre Tochter und dann den Jungen ertränkt. Danach soll sie ihren Mann geweckt und ihm von der schrecklichen Tat berichtet haben.

Notärzte konnten die Kinder nicht mehr retten

Die sofort alarmierten Notärzte konnten trotz intensiver Wiederbelebungsversuche die beiden Kinder nicht mehr retten. Während der Tat schliefen die anderen Kinder im Alter von vier, sechs und acht Jahren - zwei Mädchen und ein Junge - des Ehepaares in ihren Betten. Sie sollen von der Tat ihrer Mutter nichts mitbekommen haben. Die Kinder und der Vater wurden anschließend von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

Der Bürgermeister von Gersthofen, Siegfried Deffner, reagierte erschüttert auf die Familientragödie in seiner Stadt. Er kam am frühen Nachmittag zu dem Wohnhaus am Stadtrand und sagte, er wisse nicht, wie er mit dem Geschehen umgehen solle. Nachbarn und Passanten versammelten sich schweigend vor dem Haus, in dem sich die Tragödie abspielte. Vor der Eingangstür brannten Kerzen. Nachbarn legten Rosen und Teddybären dazu. Auch sie zeigten sich entsetzt. Keiner habe mit so einem Vorfall gerechnet, es habe sich um eine «ganz normale Familie» gehandelt. Auch Staatsanwalt Nemetz erklärte, die Familie sei bislang strafrechtlich nicht auffällig geworden.

Erinnerungen werden wach

Das ehemalige Bauerndorf Gersthofen im Süden von Augsburg ist inzwischen zu einer Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern geworden. Das 16-Parteien-Wohnhaus, in dem die Kinder getötet wurden, befindet sich in einem Neubaugebiet am Stadtrand. Die Familie wohnt im zweiten Stock. Der Rathauschef zeigte sich besorgt darüber, dass Gersthofen nun wieder in die Schlagzeilen gerate. Jetzt würden wieder Erinnerungen wach an den Faschingsdienstag vor sechs Jahren. Damals war in Gersthofen die zwölfjährige Vanessa von einem als Tod verkleideten 19-Jährigen mit 21 Messerstichen umgebracht worden. (dpa)

 
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