07. Feb 2008 17:40
Die österreichischen Ermittler haben möglicherweise 1998 bei der Suche nach der entführten Kampusch einen schweren Fehler gemacht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, will Kampusch klagen.
«Wenn sich herausstellen sollte, dass man Frau Kampusch aufgrund des Hundeführer-Hinweises auf Wolfgang Priklopil acht Jahre früher hätte befreien können, und dass Verschulden der Behörden vorliegt, weil man ihnen nicht nachgegangen ist, so werden wir klagen», sagte Kampusch-Anwalt Gerold Ganzger der Tageszeitung «Der Standard». Kampusch meinte, die bekanntgewordenen Fakten «machen mich entsetzt und wütend». Innenminister Günther Platter (ÖVP) hatte am Mittwoch eine Untersuchung der Vorwürfe angeordnet. Aufgerollt wurde der mögliche neue «Fall Kampusch» durch den ehemaligen Chef des Österreichischen Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger. Sein Vorwurf: Nach Kampuschs Flucht 2006 habe ein hoher Beamter im Ministerium der damaligen konservativen Innenministerium Liese Prokop erkennen lassen, man wünsche im Ministerium nicht, den Fall wegen der bevorstehenden Parlamentswahl in Österreich im Oktober 2006 noch einmal aufzurollen. (dpa)