netzeitung.deHinweis auf Brandstiftung in Ludwigshafen

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Feuerwehrleute arbeiten mit Kränen am ausgebranntem Wohnhaus in Ludwigshafen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Feuerwehrleute arbeiten mit Kränen am ausgebranntem Wohnhaus in Ludwigshafen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In der Suche nach der Brandursache in Ludwigshafen könnte es eine neue Spur geben. Ein Mädchen will Verdächtiges im Hausflur bemerkt haben, und auch von einem Feuer ist die Rede. Ankara fordert rasche Aufklärung.

Nach dem Feuer in einem Wohnhaus in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) am Dienstag, bei dem neun Menschen getötet wurden, prüft die Polizei eine Zeugenaussage, wonach Brandstiftung nicht ausgeschlossen sei. «Wir gehen allem nach», sagte ein Polizeisprecher. Der Fernsehsender N24 zeigte ein Mädchen, das gesehen haben will, wie jemand am Brandort einen Stock angezündet habe.

Bereits gestern schloss der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Brandkatastrophe aus. Dennoch fordert die türkische Regierung eine rasche Untersuchung des Brandes wie die Tageszeitung «Tagesspiegel» berichtet. «Wir fordern eine Untersuchung, bei der allen Möglichkeiten nachgegangen wird, und die Bestrafung der Verantwortlichen, falls es sich um ein Verbrechen handelt», heißt es in einem Schreiben des türkischen Außenministeriums.

Am Montag wurde die Erklärung Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) übergeben, der sich derzeit in Ankara aufhält. Der türkische Außenminister Ali Babacan sagte, dass die türkische Regierung möglicherweise eine Delegation nach Deutschland schicken möchte, die sich an der Untersuchung des Brandes beteiligt.

Haus ist weiter einsturzgefährdet
Derweil werden die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Wegen Einsturzgefahr könnten die Rettungskräfte das Gebäude weiterhin nicht betreten, so dass eine Spurensuche bislang nicht möglich sei. Die Feuerwehr setze jedoch einen Kran ein, um das Dach des Hauses abzutragen und ins Innere vorzustoßen. Bei dem schwersten Brand in der Nachkriegsgeschichte der Stadt waren neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder. 60 Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehr teilte mit, das Feuer sei vermutlich im weitgehend aus Holz gefertigten Treppenhaus des Gebäudes ausgebrochen und habe sich von dort aus innerhalb weniger Minuten über das komplette Haus ausgebreitet. (nz/dpa/AP)