netzeitung.deHamburgs Innensenator lädt Raucher ins Büro

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Udo Nagel (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Udo Nagel
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Der «Pfeifenraucher des Jahres» hat ein Herz für Mitarbeiter, die nicht vom Nikotin lassen können: Im Büro von Udo Nagel darf gequalmt werden. Der Senator nutzte eine Lücke im neuen Nichtraucherschutzgesetz.

Der Hamburger Innensenator Udo Nagel lässt sich das Rauchen in seinem Büro nicht verbieten. Der «Pfeifenraucher des Jahres» 2004 nutzte eine Lücke im Nichtraucherschutzgesetz und machte sein Büro kurzerhand zum Raucherzimmer. «Er hat das offiziell beantragt, und der Personalrat hat zugestimmt», sagte der Sprecher der Behörde und bestätigte damit einen Artikel des «Hamburger Abendblatts».

In der Innenbehörde gilt seit Januar grundsätzlich ein Rauchverbot, im sechsten Stock wurde ein Raucherzimmer eingerichtet, wie der Sprecher erklärte. Damit der Senator, der ein bekennender Raucher sei, keine Zeit verliere, habe er sein Büro zu einem Raucherzimmer gemacht. «Allerdings wird das Büro dadurch nicht zur Bahnhofshalle», betonte der Sprecher. Sonst sei ja kein Arbeiten mehr möglich. Mitarbeiter aus dem engeren Umfeld des Senators könnten jedoch zum Rauchen in das Büro – wenn nicht gerade eine Besprechung stattfinde. Während Besprechungen rauche Nagel nun grundsätzlich nicht mehr. Besucher, die der Rauch störe, würden in einem Nichtraucherzimmer empfangen.

Die Opposition kritisierte die Sonderregelung für den parteilosen Senator. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion nannte das Verhalten laut «abendlatt.de» eine «zumindest sehr spitzfindige Auslegung des Gesetzes». Die Gesundheitsexpertin der GAL erklärte, es widerspreche «zumindest dem Sinn und Zweck des Gesetzes». Die Gesundheitsbehörde erklärte hingegen, dies sei nichts Ungewöhnliches. Das Büro des Senators sei ein abgeschlossener Bereich, der nicht öffentlich zugänglich sei, sagte ein Sprecher. Grundsätzlich seien Betriebe vom Nichtraucherschutzgesetz nicht betroffen und könnten es nach eigenen Vorstellungen regeln. (AP)