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Erstbezwinger des Everest Sir 'Ed' Hillary ist tot

11. Jan 2008 07:43, ergänzt 07:50
Ein bescheidener Held: Sir Edmund Hillary
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Er ließ sich Ed nennen und bezeichnete sich als einfachen Bienenzüchter. Trotz seines Triumphs blieb der Erstbesteiger des Mount Everest Hillary bescheiden – er weigerte sich, zu sagen, wer als erster den Fuß auf den Gipfel gesetzt hatte, er oder sein Sherpa Tenzing.

Einer der größten Abenteurer des 20. Jahrhunderts, der Mount Everest-Erstbesteiger Sir Edmund Hillary, ist tot. Der Neuseeländer, der mit dem Sherpa Tenzing Norgay 1953 als erster Mensch das Dach der Welt erreichte, starb im Alter von 88 Jahren am Freitag in einem Krankenhaus in Auckland, teilte Premierministerin Helen Clark mit. «In Wahrheit war er ein Gigant. Er war ein Held, der nicht nur den Everest bezwang, sondern ein Leben voller Entschlossenheit, Demut und Großzügigkeit führte.» Sein Tod sei ein herber Verlust für das Land.

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Hillary und Tenzing hatten den 8848 Meter hohen Gipfel am 29. Mai 1953 bezwungen. Sie wurden über Nacht berühmt. Als Zeichen seiner Dankbarkeit unterstützte Hillary die Sherpas im Himalaya zeitlebens mit einer Stiftung, die Schulen und Krankenhäuser baute. «Seine lebenslange humanitäre Arbeit hat außerordentliche Bedeutung und bleibenden Wert», sagte Clark. In typischer Bescheidenheit sagte Hillary vor einigen Jahren: «Wenn ich mal ins Gras beiße, sollten von allem, was ich so gemacht habe, ohne Frage die Sherpaschulen und das als bleibende Leistung in Erinnerung bleiben.»

Die Flaggen an der neuseeländischen Antarktisstation sind am Freitag auf Halbmast gesetzt worden. Hillary hatte dort 1957 vier Jahre nach seinem Gipfelsturm die Scott-Basis eingerichtet. Die Stimmung sei sehr gedrückt, sagte der Leiter der Forschungsstation, Lou Sanson, neuseeländischen Medienberichten zufolge. «Wir werden den Mann sehr vermissen. Er war eine Säule der nationalen Identität Neuseelands», sagte Sanson. Hillary war zuletzt Anfang vergangenen Jahres in der Antarktis und nahm dort an der Feier zum 50. Jahrestag der Einrichtung der Station teil.


Das Rätsel um den ersten Fuß auf dem Gipfel

Die Chronologie der ersten Schritte auf dem Gipfel war lange Zeit ein Rätsel: Hillary weigerte sich lange zu sagen, wer als erster den Fuß auf den Gipfel gesetzt hatte - bis Tenzing bestätigte, dass er ein paar Schritte hinter Hillary oben ankam. «Wenn es eine Schande ist, als zweiter den Gipfel des Mount Everest erreicht zu haben, muss ich mit dieser Schande leben», sagte er. Tenzing starb 1986.

Der weltberühmter Bergsteiger blieb ein Abenteurer, der immer neue Herausforderungen suchte. Hillary, am 20. Juli 1919 in Tuakau in der Nähe von Auckland geboren, erklomm im Himalaya zehn weitere Gipfel, leitete 1958 eine Expedition, die fast ein halbes Jahrhundert nach dem legendären Wettlauf zwischen Amundsen und Scott den Südpol erreichte. Dann suchte er im Himalaya nach dem Schneemenschen Yeti. 1977 erkundete er den Ganges in Indien von der Mündung bis zur Quelle. Mit dem ersten Menschen auf dem Mond, Neil Armstrong, flog er 1985 zum Nordpol. Von 1985 bis 1989 war er Botschafter in Indien.

Kameradschaft sei dem Ehrgeiz der Ich-Menschen gewichen

Von der englischen Königin Elizabeth wurde Hillary zum Ritter geschlagen. Die Nachricht von der erfolgreichen Expedition hatte Großbritannien am Vorabend ihrer Krönung erreicht. Zum 50. Jahrestag der Erstbesteigung wurde Hillary zum ersten Ehrenbürger Nepals ernannt, wo er vor allem wegen seiner humanitären Arbeit zeitlebens tief verehrt wurde.

Hillary betrachtete die wachsende Kommerzialisierung der Himalaya- Kletterei mit Sorge. Mit Abscheu geißelte er einen Landsmann, der im Mai 2006 einen halberfrorenen Engländer kurz vor dem Everest-Gipfel links liegen ließ, um selbst den Gipfel zu erreichen statt zu helfen. Der Engländer starb. Tugenden wie Kameradschaft seien dem Ehrgeiz der Ich-Menschen gewichen, lamentierte er. Im Gegensatz zu anderen Bergsteigern äußerte Hillary nie den Wunsch, auf einem Gipfel beigesetzt zu werden. Er verfügte, dass seine Asche vor der Küste von Auckland ins Meer gestreut werden soll. (dpa/AP)

 
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