Einziger Halligkrämer auf Langeneß macht zu
08.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Wir werden sicher nicht verhungern, aber schnell mal ein Eis für die Kinder kaufen, ist dann nicht mehr», sagt Bewohnerin Lore Nissen. Früher habe es auch keinen Kaufmann gegeben. Dann müssten eben mehr Lebensmittel vom Festland geholt werden - entweder mit der Fähre oder mit der zehn Kilometer langen Lorenbahn, die bei Ebbe von Dagebüll aus quer durch das Wattenmeer über einen fast 100 Jahre alten Damm tuckert. Lore Nissen backt jetzt schon ihr Brot selbst, so dass der Ausfall der auf Langeneß so geliebten frischen Brötchen zumindest bei Nissens aufgefangen werden kann.
Im Winter bekommt er immer donnerstags frisches Fleisch, Milch, Quark und andere Lebensmittel. Im Sommer wurde er bisher zwei Mal beliefert. «Ich mag die Natur hier und das Leben. Natürlich gehen wir mit einem weinenden Auge», sagte der Mann, der auf der Nachbarhallig Oland geboren wurde.
Tourismus, Küstenschutz und Landwirtschaft sind die wichtigsten Einkommensquellen auf Langeneß. 2007 zählte das Tourismusbüro 16 000 Übernachtungen. Während eine Insel vom Wasser umgeben ist, werden Halligen immer wieder komplett überspült. Das fasziniert viele Besucher. Dann schauen - wie am Dienstag - nur die Häuser auf den grünen Warfthügeln aus der Nordsee. (Georg Ismar/dpa)

