netzeitung.deEinziger Halligkrämer auf Langeneß macht zu

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Bürgermeister Andresen und Halligkrämer Petersen suchen einen Nachfolger (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bürgermeister Andresen und Halligkrämer Petersen suchen einen Nachfolger
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Das einzige Geschäft auf Deutschlands größter Hallig Langeneß macht zu. Krämer Petersens muss auf die Gesundheit Rücksicht nehmen und siedelt um aufs Festland.

Am Dienstag ist Jan Emil Petersen wie in den letzten 25 Jahren fast täglich in seinem Kaufmannsladen. Aber das einzige Geschäft auf Deutschlands größter Hallig macht zu. Der Halligkrämer siedelt um aufs Festland.

Der 47-Jährige Petersen wird sein Geschäft nur noch bis Ende März betreiben, dann will er aus gesundheitlichen Gründen den Halligladen dicht machen. Ein harter Schlag für die 110 Bewohner, denn sie und tausende Touristen im Sommer können dann nicht mehr spontan einkaufen.

«Wir werden sicher nicht verhungern, aber schnell mal ein Eis für die Kinder kaufen, ist dann nicht mehr», sagt Bewohnerin Lore Nissen. Früher habe es auch keinen Kaufmann gegeben. Dann müssten eben mehr Lebensmittel vom Festland geholt werden - entweder mit der Fähre oder mit der zehn Kilometer langen Lorenbahn, die bei Ebbe von Dagebüll aus quer durch das Wattenmeer über einen fast 100 Jahre alten Damm tuckert. Lore Nissen backt jetzt schon ihr Brot selbst, so dass der Ausfall der auf Langeneß so geliebten frischen Brötchen zumindest bei Nissens aufgefangen werden kann.

Nachfolger muss 450.000 Euro mitbringen
Bürgermeister Boy Andresen schmerzt hingegen, dass bei Festen in Zukunft nicht mehr bequem beim Inselkaufmann Lebensmittel und Getränke bestellt werden können. «Wir hoffen natürlich auf eine Nachfolge», sagt er. Das Problem: Der Krämer muss sich dauerhaft auf Langeneß niederlassen und Petersens' Haus kaufen. Kostenpunkt: 450.000 Euro. «Es gibt drei Interessenten, die hoffen auf öffentliche Zuschüsse, um kostendeckend arbeiten zu können», sagt seine Frau Christiane. Denn von dem Laden alleine lässt sich nicht leben. «Das geht nur in Verbindung mit Landwirtschaft und Zimmervermietung an Touristen», sagt Kaufmann Petersen.

Im Winter bekommt er immer donnerstags frisches Fleisch, Milch, Quark und andere Lebensmittel. Im Sommer wurde er bisher zwei Mal beliefert. «Ich mag die Natur hier und das Leben. Natürlich gehen wir mit einem weinenden Auge», sagte der Mann, der auf der Nachbarhallig Oland geboren wurde.

Tourismus, Küstenschutz und Landwirtschaft sind die wichtigsten Einkommensquellen auf Langeneß. 2007 zählte das Tourismusbüro 16 000 Übernachtungen. Während eine Insel vom Wasser umgeben ist, werden Halligen immer wieder komplett überspült. Das fasziniert viele Besucher. Dann schauen - wie am Dienstag - nur die Häuser auf den grünen Warfthügeln aus der Nordsee. (Georg Ismar/dpa)