Bürgermeister Boy Andresen schmerzt hingegen, dass bei Festen in Zukunft nicht mehr bequem beim Inselkaufmann Lebensmittel und Getränke bestellt werden können. «Wir hoffen natürlich auf eine Nachfolge», sagt er. Das Problem: Der Krämer muss sich dauerhaft auf Langeneß niederlassen und Petersens' Haus kaufen. Kostenpunkt: 450.000 Euro. «Es gibt drei Interessenten, die hoffen auf öffentliche Zuschüsse, um kostendeckend arbeiten zu können», sagt seine Frau Christiane. Denn von dem Laden alleine lässt sich nicht leben. «Das geht nur in Verbindung mit Landwirtschaft und Zimmervermietung an Touristen», sagt Kaufmann Petersen. Im Winter bekommt er immer donnerstags frisches Fleisch, Milch, Quark und andere Lebensmittel. Im Sommer wurde er bisher zwei Mal beliefert. «Ich mag die Natur hier und das Leben. Natürlich gehen wir mit einem weinenden Auge», sagte der Mann, der auf der Nachbarhallig Oland geboren wurde.
Tourismus, Küstenschutz und Landwirtschaft sind die wichtigsten Einkommensquellen auf Langeneß. 2007 zählte das Tourismusbüro 16 000 Übernachtungen. Während eine Insel vom Wasser umgeben ist, werden Halligen immer wieder komplett überspült. Das fasziniert viele Besucher. Dann schauen - wie am Dienstag - nur die Häuser auf den grünen Warfthügeln aus der Nordsee. (Georg Ismar/dpa)