1991:
Ausländerfrei (fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda)1992:
ethnische Säuberung (Propaganda-Formel im Krieg auf dem Balkan)
1993:
Überfremdung (Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern)
1994:
Peanuts (abschätzige Bezeichnung der durch Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider entstandenen Schadenssumme, verwendet vom damaligen Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper)
1995:
Diätenanpassung (Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag)
1996:
Rentnerschwemme (falsches, Angst auslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)
1997:
Wohlstandsmüll (Umschreibung arbeitsunwilliger wie arbeitsunfähiger Menschen, verwendet vom damaligen Nestlé-Chef Helmut Maucher)
1998:
sozialverträgliches Frühableben (zynisch wirkende Ironisierung, verwendet als Mittel ironischer Kritik vom Ärztekammerpräsident Karsten Vilmar)
1999:
Kollateralschaden (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, Nato-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)
2000:
national befreite Zone (zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremen terrorisiert wird)
2001:
Gotteskrieger (Selbst- und Fremdbezeichnung der Taliban- und Al-Qaeda-Terroristen)
2002:
Ich-AG (Reduzierung von Individuen auf Börsenniveau als Aktiengesellschaft)
2003:
Tätervolk (grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf)
2004:
Humankapital (degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen)
2005:
Entlassungsproduktivität (Gewinne eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche für «überflüssig» gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden)
2006:
freiwillige Ausreise (Behördenterminus, wenn abgelehnte Asylbewerber aus deutschen Abschiebe-Haftanstalten nach «Beratung» in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wobei die Freiwilligkeit in vielen Fällen zweifelhaft ist)
Quelle: Sprachkritische Aktion «Unwort des Jahres»