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Säugling starb zwei Meter vor der Babyklappe

02. Jan 2008 23:06
Spurensuche am Tatort Babyklappe in Hannover
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Der Junge kam in Hannover durch Kälte und Unterversorgung ums Leben. Normalerweise wird an der Babyklappe Alarm ausgelöst, wenn ein Kind abgegeben wird. Doch dieses Mal ging alles schief.

Ein vor einer Babyklappe in Hannover tot aufgefundener Säugling ist an Kälte, Durst und Hunger gestorben. Nach Angaben der Polizei ergab die Obduktion des Neugeborenen, dass der kleine Junge durch Unterversorgung und Kälte ums Leben gekommen ist. Das Baby sei Neujahr zur Welt gekommen und habe vermutlich die Nacht zum Mittwoch nicht überlebt, sagte ein Polizeisprecher. Die Nabelschnur sei noch nicht abgetrennt worden.

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Die Obduktion ergab keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung. Nach den Feststellungen der Rechtsmediziner habe das Kind vermutlich seit der Nacht zum Mittwoch vor der Babyklappe auf einem Krankenhausgelände in Hannover gelegen, sagte der Polizeisprecher weiter. Ob der Junge vor der Babyklappe tot abgelegt und dort gestorben sei, habe man bislang nicht eindeutig klären können. Klinikmitarbeiter entdeckten den Säugling am Mittwochmittag leblos auf einer zu der Babyklappe führenden Treppe. Er sei in Textilien gewickelt gewesen und habe nur ein bis zwei Meter von der Klappe entfernt gelegen.

Der Zugang zu der Babyklappe wird nach Angaben des Polizeisprechers bewusst nicht kontrolliert, um Müttern bei Abgabe eines Kindes Anonymität zu gewährleisten. Normalerweise werde ein Alarm ausgelöst, wenn ein Kind durch die Babyklappe geschoben werde, sagte Beringer. Zu diesen Alarm sei es offenbar nicht gekommen, weil das Kind davor abgelegt worden sei. Im Zuge der Ermittlungen habe man die Babyklappe versiegelt. Ihre Funktionsfähigkeit soll von Spezialisten des Landeskriminalamtes überprüft werden.

Rettung in sieben Fällen

«In den vergangenen sieben Jahren wurden sieben Säuglinge in das Körbchen gelegt, ein weiterer wurde in der Nähe an einem Fahrradständer gefunden», erläutert Utz Wewel vom Diakonischen Dienst Hannover. Alle acht wurden inzwischen in die ursprünglichen Familien zurückgebracht oder adoptiert. «Für uns ist es ein ganz trauriger Zustand, ein totes Kind zu finden.»

Betrieben wird die Babyklappe von einem evangelischen Netzwerk für Hilfen für Schwangere, das unter der Schirmherrschaft der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann steht. Sie äußerte sich bestürzt. «Ich bin völlig erschüttert und fassungslos, dass an unserem Babykörbchen ein totes Neugeborenes gefunden wurde», sagte Käßmann. Das Netzwerk Mirjam wolle Müttern in Not beistehen und Kinder retten. «Daher ist der Tod eines Babys eine entsetzliche und traurige Nachricht zu Beginn des neuen Jahres», erklärte sie. (AP)

 
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