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Polizei fasst Münchner U-Bahn-Schläger

23. Dez 2007 11:02, ergänzt 14:30
U-Bahn München
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Nach dem brutalen Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn hat die Polizei zwei Tatverdächtige geschnappt. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Der brutale Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn ist aufgeklärt: Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die den 76-Jährigen zusammengeschlagen haben sollen. Bei den Tatverdächtigen handele es sich um einen 17 Jahre alten Griechen und einen 20-jährigen Türken, teilte die Polizei am Sonntag mit.

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Die Männer haben laut Polizei die Tat gestanden. Beide gelten als Serientäter und sind den Angaben zufolge schon dutzende Male mit verschiedenen Straftaten aufgefallen. Wegen der beispiellosen Brutalität - so trat der 17-Jährige heftig gegen den Kopf des 76- jährigen Rentners - droht ihnen möglicherweise eine Anklage wegen versuchten Mordes, sagte Staatsanwalt Florian Weinzierl.

Der Rentner erlitt bei dem Vorfall am späten Donnerstagabend schwere Kopfverletzungen. Er hatte nach eigener Aussage in der U-Bahn zwei junge Männer angesprochen und gebeten, ihre Zigaretten auszumachen. Sie bespuckten und beschimpften ihn. Der 76-Jährige sei aufgestanden und in den vorderen Teil des Waggons gegangen, berichtete die Polizei weiter.

Mehrere Schädelbrüche

Von den 15 bis 20 weiteren Fahrgästen griff niemand ein. An der Endhaltestelle Arabellapark stieg er aus. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der alte Mann kurz darauf in der Station zu Boden geschubst wurde. Immer wieder haben ihn die beiden dann geschlagen und getreten. Schließlich nahm der 17-Jährige mehrere Meter Anlauf und trat so kräftig gegen den Kopf des Mannes, dass er sich selbst verletzte. Der Rentner blieb am Boden liegen. Die Schläger flüchteten mit dem Rucksack des Opfers.

Einer der Täter nahm den Rucksack des Rentners, dann flüchteten die Schläger. Ein kurz darauf zufällig vorbeikommender Passant verständigte die Polizei. Der Rentner musste mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik gebracht werden. Dort wurden zahlreiche Schädelbrüche mit Einblutungen in das Gehirn festgestellt. Sein Zustand stabilisierte sich inzwischen.

Handy gestohlen

Die beiden jungen Männer konnten durch Telefonate mit einem gestohlenen Mobiltelefon gefasst werden. Kurz bevor sie den Rentner überfielen, hatten sie einem flüchtigen Bekannten das Handy weggenommen. Den 20-Jährigen aus dem Raum Göttingen hatten sie zuvor kennengelernt, sie waren mit ihm durch verschiedene Kneipen in der Münchner Innenstadt gezogen, hatten Alkohol und Drogen konsumiert. Der 17-Jährige nahm ihm dann das Handy ab, rief Bekannte an und versetzte ihm einen Tritt. Dabei habe er zu seinem Gesprächspartner gesagt: «Jetzt wirst Du gerade Zeuge, wie ich einen Deutschen umbringe!»

Über die Telefonate, die der 20-jährige Türke mit dem gestohlenen Handy geführt hatte, kam ihm die Polizei auf die Schliche. Am Sonntagmorgen wurde er in der Wohnung seiner Freundin festgenommen. Wenige Stunden später wurde auch der 17-Jährige bei seinen Eltern gefasst. In der anschließenden Vernehmung bei der Polizei zeigte er keine Spur von Reue. Nach Angaben der Polizei habe er sinngemäß gesagt: «Was labert mich der (Rentner) an, der muss doch gesehen haben, dass wir besoffen sind. Da sind doch alle aggressiv.» (nz/dpa)

 
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