Hitler verliert Ehrenbürgerschaft in Maulbronn
17.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Gemeinderat erklärte, die besondere Würde des Ehrenbürgerrechts sei «vollkommen unvereinbar mit dem Handeln und Denken des Kriegsverbrechers, Mörders und Diktators Hitler.» Der Name Adolf Hitler sei nach dem Bericht der «Pforzheimer Zeitung» in der Region vor und während des Zweiten Weltkrieges allgegenwärtig gewesen. So trug ein Damm in Mühlacker (Enzkreis) seinen Namen genauso wie ein Platz in der Stadtmitte von Bad Wildbad (Kreis Calw).
Rund 4000 Städte und Gemeinden haben Hitler vor 1945 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Viele der Orte haben sich jahrzehntelang nicht mit diesem Erbe auseinandergesetzt. Ein Sprecher des Deutschen Städtetags in Berlin sagte der «Pforzheimer Zeitung», eine Aberkennung sei streng juristisch betrachtet nicht notwendig. Die Ehrenbürgerwürde sei ein Recht, das mit dem Tod der Person erlösche. Viele Kommunen haben die Ehrenbürgerschaft Hitlers aber trotzdem offiziell aberkannt, um sich deutlich von dem Diktator zu distanzieren.
Im April hatte die Stadt Bad Doberan Hitler die Ehrenbürgerwürde entzogen kurz vor dem G8-Gipfel im nahe gelegenen Heiligendamm. (nz)

