netzeitung.deMädchen bei Nürnberg aus Zug gesprungen

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Eigentlich wollte die Zwölfjährige in Oberasbach aussteigen. Als sie jedoch merkte, dass die Regionalbahn dort nicht hielt, sprang sie.

Wie durch ein Wunder hat ein Mädchen aus Oberasbach bei Nürnberg den Sprung aus einem mit Tempo 120 fahrenden Zug überlebt. Die Schülerin, die am Samstag zwölf Jahre alt geworden ist, wurde nur leicht verletzt, wie die Bundespolizei am Samstag mitteilte. Sie sei in ein Gebüsch gefallen und anschließend nach Hause gelaufen.

Das Mädchen hatte den Angaben zufolge in einer Regionalbahn von Nürnberg nach Ansbach am Freitag eine Mitreisende angesprochen, ob der Zug in Oberasbach halte. Als das Kind hörte, dass es bis Ansbach keinen Stopp geben werde, ging es Richtung Tür. Kurz darauf hörte die Reisende den Warnton der Türsicherung. Sie schaute sofort nach, konnte aber den Sprung des Mädchens nicht mehr verhindern.

Mit Kratzern im Gesicht
Als die alarmierten Polizeibeamten die Gegend absuchten, wurden sie von einem Mann angesprochen, der angab, seine Tochter sei soeben völlig verstört und mit Kratzern im Gesicht nach Hause gekommen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um den Vater des Mädchens. Er hatte vermutet, dass seine Tochter überfallen worden sei.

Die Schülerin konnte zu dem Vorfall noch befragt werden. Sie habe aber unter Schock gestanden und sei vorsorglich in eine Klinik gebracht worden, teilte die Polizei mit. Der Zug mit 150 Reisenden setzte die Fahrt nach einem kurzen Halt am nächsten Bahnhof fort. Der Lokführer hatte den Vorfall zunächst nicht bemerkt. Polizeisprecher Rainer Schlemmer erklärte, in seiner Dienststelle sei bislang kein Fall bekannt, dass ein Mensch einen Sturz aus dem Zug bei einer so hohen Geschwindigkeit überlebt habe.

Ein Beamter der Polizeiinspektion Zirndorf sagte zu dem Vorfall, seines Wissens habe der Zug in Oberasbach gehalten und sei eben erst wieder angefahren, als das Mädchen bei geringer Geschwindigkeit herausgesprungen sei. Das Kind habe den Halt in Oberasbach verpasst gehabt. Die Bundespolizei blieb dagegen bei ihrer Darstellung. (dpa)