netzeitung.deSchwedischer Wappenlöwe «entmannt»

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Der umstrittene Löwe der Schwedischen Friedenstruppe, hier schon 'unten ohne' (Foto: Schwedisches Verteidigungsministerium<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der umstrittene Löwe der Schwedischen Friedenstruppe, hier schon 'unten ohne'
Foto: Schwedisches Verteidigungsministerium
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein kraftvoller Löwe mit einem Schwert und einem Olivenzweig - das ist das Symbol der schwedischen Friedenstruppe. Doch die Frauen der Armee sind verstört: Dummerweise ist auch der Penis des Tieres deutlich zu sehen.

Mit ihrem Löwen hat die schwedische Armee ihre liebe Not. Genauer gesagt, mit dem Verbandszeichen der internationalen Friedenstruppe Schwedens. Denn die hat einen Löwen als Symbol, aufrecht stehend, mit einem Schwert, einem Olivenzweig - und einem deutlich sichtbaren Penis. Und genau der stört die Soldatinnen der Truppe. Sie sahen sich in ihrer Gleichstellung gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt und zogen mit einer Klage vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Eine Einstellung, die der Heraldiker Vladimir Segerlund nicht nachvollziehen kann. Der Löwe mit seinen Genitalien ist für ihn ein «kraftvolles und stattliches Symbol». Ein «beschnittenes Bild» könne er sich nicht vorstellen, sagte der Fachmann der Zeitung «Göteborgs-Posten». Außerdem sei der Löwe in der Wappenkunde ein weit verbreitetes Symboltier, das sich unter anderem auch im schwedischen Reichs- und dem Stadtwappen von Göteborg wiederfände.

Das hilft dem Löwen der schwedischen Friedenstruppe aber auch nicht mehr. Denn inzwischen ist es schon passiert: Um die Gefahr einer Niederlage vor dem EuGH abzuwenden, haben die Verantwortlichen der schwedischen Armee befohlen, das digitale Schneidwerkzeug anzusetzen und den Löwen zu «kastrieren». Nun ist der Löwe kein richtiger Löwe mehr und für die Armee die Sache damit erledigt.

Für den Künstler aber noch lange nicht. Der ist empört und wirft den Verantwortlichen mangelndes Geschichtsbewusstsein vor. Denn Löwen ohne Genitalien hätten in der Geschichte nur wenige in ihrem Wappen getragen - nämlich ausschließlich jene, die den König verraten hätten.


Für das Web ediert von Sven Trojanowski