Lehrerin wird wegen Teddyaffäre angeklagt
Britische und sudanesische Diplomaten versuchen indes, den Fall zu entschärfen. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser kleine Zwischenfall schnell aufgeklärt wird», sagte ein Sprecher der sudanesischen Botschaft in London am Mittwoch dem britischen Rundfunksender BBC. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien zu gut, um durch diese Angelegenheit belastet zu werden.
Nach einem BBC-Bericht soll Gillian Gibbons an diesem Donnerstag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum vor Gericht erscheinen. Bei einer Verurteilung drohten ihr sechs Monate Gefängnis, 40 Peitschenhiebe oder eine Geldstrafe. Die Justiz des afrikanischen Landes, in dem der Islam Staatsreligion ist, sieht in der Benennung des Teddybären eine Verunglimpfung des Propheten Mohammed.
Gibbons war am Sonntag verhaftet worden, nachdem sich Eltern über das Klassenmaskottchen Mohammed beschwert hatten. Ein Schüler hat die Lehrerin inzwischen verteidigt. Der Vorschlag, den Teddy Mohammed zu nennen, sei von ihm gekommen, erklärte ein Siebenjähriger vor Journalisten in Khartum. «Die Lehrerin hat mich gefragt, wie ich den Teddy nennen will», sagte der kleine Mohammed. «Ich sagte Mohammed. Ich habe ihn nach mir benannt.»
Gibbons sei «sehr nett» und habe mit ihren Schülern nie über Religion gesprochen, sagte der Schüler. Die 54-jährige Grundschullehrerin aus Liverpool lebt seit Juli im Sudan und unterrichtete dort an einer englischen Privatschule. (nz/AP/dpa)

