netzeitung.deLehrerin wird wegen Teddyaffäre angeklagt

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Darf nicht Mohammed heißen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Darf nicht Mohammed heißen
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Einer im Sudan inhaftierten Lehrerin drohen wegen Gotteslästerung Gefängnis und Peitschenhiebe. Diplomaten versuchen die Affäre zu entschärfen.

Die Affäre um den Teddy namens Mohammed weitet sich aus. Ein sudanesisches Gericht wird eine britische Lehrerin anklagen, weil sie zugelassen hatte, dass einer ihrer Schüler einem Teddy den Namen des Propheten Mohammed gegeben hatte. Der Vorwurf lautet Anstiftung zu religiösem Hass und Gotteslästerung. Die entsprechende Anklageschrift werde am Donnerstag bei Gericht eingereicht, sagte Generalstaatsanwalt Salah Addin Abuseit am Mittwoch in der sudanesischen Hauptstadt Khartum.

«Wir sind von dieser Entwicklung überrascht und enttäuscht», sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Gordon Brown. Außenminister David Miliband habe den sudanesischen Botschafter einbestellt. Von der Antwort des Botschafters hänge der nächste Schritt der britischen Regierung ab.

Britische und sudanesische Diplomaten versuchen indes, den Fall zu entschärfen. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser kleine Zwischenfall schnell aufgeklärt wird», sagte ein Sprecher der sudanesischen Botschaft in London am Mittwoch dem britischen Rundfunksender BBC. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien zu gut, um durch diese Angelegenheit belastet zu werden.

Nach einem BBC-Bericht soll Gillian Gibbons an diesem Donnerstag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum vor Gericht erscheinen. Bei einer Verurteilung drohten ihr sechs Monate Gefängnis, 40 Peitschenhiebe oder eine Geldstrafe. Die Justiz des afrikanischen Landes, in dem der Islam Staatsreligion ist, sieht in der Benennung des Teddybären eine Verunglimpfung des Propheten Mohammed.

Gibbons war am Sonntag verhaftet worden, nachdem sich Eltern über das Klassenmaskottchen Mohammed beschwert hatten. Ein Schüler hat die Lehrerin inzwischen verteidigt. Der Vorschlag, den Teddy Mohammed zu nennen, sei von ihm gekommen, erklärte ein Siebenjähriger vor Journalisten in Khartum. «Die Lehrerin hat mich gefragt, wie ich den Teddy nennen will», sagte der kleine Mohammed. «Ich sagte Mohammed. Ich habe ihn nach mir benannt.»

Gibbons sei «sehr nett» und habe mit ihren Schülern nie über Religion gesprochen, sagte der Schüler. Die 54-jährige Grundschullehrerin aus Liverpool lebt seit Juli im Sudan und unterrichtete dort an einer englischen Privatschule. (nz/AP/dpa)