Lea-Sophies Eltern mit Erziehung «überfordert»
25.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Norbert G. sei dort gefragt worden, ob das Wohl des Mädchens gefährdet sei. In diesem Fall würde die Polizei eingeschaltet, habe ihm der Sachbearbeiter gesagt. «Ich wollte aber keine Gewalt, sondern nur deutlich machen, dass Nicole und Stefan Hilfe bei der Erziehung bräuchten», sagte G. den Angaben zufolge.
Die Großeltern sahen Lea-Sophie zuletzt im Juni. Damals habe sie 13 Kilo gewogen. Für ein ehemaliges Frühchen - das Kind war im siebten Monat zur Welt gekommen - sei ihr das normal erschienen, erklärte die Großmutter.
Nach Norbert G.s Intervention beim Jugendamt im vergangenen November hätten die jungen Eltern ihnen gesagt, dass Lea-Sophie jetzt in den Kindergarten gehe. Sie seien allerdings misstrauisch geworden, weil sie nie erfahren hätten, um welche Tagesstätte es sich handele, erklärte Norbert G. Nach dem erfolglosen zweiten Besuch in diesem Sommer sei er deshalb die Kindergärten abgefahren: Er habe gehofft, Lea-Sophie zu sehen.
Von Juni bis November hätten sie ihre Tochter nur unregelmäßig gesehen, Lea-Sophie gar nicht. «Es gab viel Streit. Unsere Tochter stand unter Stefans Einfluss. Er bestimmte, was getan wurde. Er wollte nicht, dass Lea-Sophie zu uns kommt», wird der Großvater in der «Bild am Sonntag» zitiert.
Mit dem Interview in der «Bild am Sonntag» wollten die Großeltern den Angaben zufolge etwas Schuld von ihrer Tochter nehmen. «Sie ist jetzt die Horror-Mutter. Dabei ist sie nicht allein verantwortlich für das, was passiert ist. Es gab auch einen Vater», erklärten Lea-Sophies Großeltern. Sie hatten ihre Tochter am Donnerstag in der Untersuchungshaft besucht. Wir haben mehr geweint als geredet. Eine Erklärung für das alles, die wird es eh nie geben», sagte Gertrud G. (AP)

