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Schulfrei nach vereitelter Gewalttat in Köln

19. Nov 2007 07:51, ergänzt 11:57
An Emsdetten wollten die Täter erinnern: Vor einem Jahr am Tatort
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Zwei Halbwüchsige wollten am Jahrestag der Tat von Emsdetten die Öffentlichkeit mit einer Gewalttat schockieren. Doch die Polizei war schneller.

Nach einer verhinderten Gewalttat auf das Kölner Georg- Büchner-Gymnasium fällt der Unterricht am Montag aus. Zwei Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren wollten nach Erkenntnissen der Polizei am Dienstag - dem Jahrestag des Amoklaufs von Emsdetten – Ähnliches an ihrer Schule anrichten. Nachdem der 17-Jährige ins Visier der Ermittler geraten war, hatte er sich am Freitag mit einem Sprung vor eine Straßenbahn das Leben genommen. Anschließend nahm die Polizei seinen 18 Jahre alten Komplizen fest.

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Der 18-Jährige hatte laut Polizei zugegeben, gemeinsam mit dem 17- Jährigen andere Mitschüler verletzen und töten zu wollen. Der 18- Jährige sah sich als Mobbing-Opfer von Mitschülern und fühlte sich benachteiligt. Er soll am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Beamten Softair- Pistolen, zwei Armbrüste mit 16 Pfeilen und eine Liste mit 17 Vornamen von Schülern und Lehrern. Die Polizei nahm auch die Computer der beiden Schüler mit. Von der Auswertung der Dateien erhoffen sich die Ermittler weitere Hinweise auf die Motive für den blutigen Plan.

Die Lehrer wollen in einer Konferenz über das weitere Vorgehen beraten. «Der verhinderte Amoklauf darf nicht folgenlos bleiben», sagte ein Sprecher der Landesschülervertretung Nordrhein-Westfalen. Die Schüler fordern härtere Auflagen für den Besitz von Waffen sowie mehr Sozialarbeiter und Psychologen an den Schulen. «Wir finden es zutiefst erschreckend, was in diesen Köpfen vor sich ging», teilte Landesschülervertreter Johannes Struzek mit.

Warnung vor Nachahmern

Experten warnen nun vor möglichen Nachahmungstätern. «Leider müssen wir damit rechnen, dass Amok-Taten an Schulen und Universitäten immer wieder Nachahmer finden werden», sagte der Bundesvorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft (DPOLG), Rainer Wendt. Schule und Polizei müssten deshalb Warnsignalen große Aufmerksamkeit schenken. Nahezu alle Attentate dieser Art seien im Internet angekündigt worden.

Der Leiter der kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg, sieht im Kölner Fall Parallelen zu ähnlichen Fällen in den USA, Deutschland oder Finnland. «Das müssen nicht unbedingt Schüler sein, die vorher schon gewalttätig waren.» Er halte die zwei Jugendlichen eher für Einzelgänger, die in einer krisenhaften Situation «erst Gewalt nach außen richten wollten - und dann gegen sich selbst». Dass sie zu zweit ihre Tat vorbereitet hätten, sei nicht ungewöhnlich. «Auch dass solche Taten angekündigt werden, passiert häufiger. Die Täter suchen sich dabei gerne symbolkräftige Jahrestage aus.» (dpa/AP)

 
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