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Lupe «Lebensgefahr» wegen Sturmflut in England

In England sind wegen der drohenden Sturmflut bereits Tausende Menschen aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. In Rotterdam schloss erstmals das Maesflant-Flutwehr.

Tausende Menschen sind im Osten Englands aufgerufen worden, sich vor möglicherweise schweren Überschwemmungen durch die Sturmflut in der Nordsee in Sicherheit zu bringen. Hunderte von Häusern in Küstennähe seien gefährdet, erklärten die Behörden am Freitagmorgen. Seit Donnerstagabend wurden bereits mehrere Hundert Menschen in höher liegenden Gebieten der Grafschaften Norfolk und Suffolk in Sicherheit gebracht.

Neben Wohnhäusern wurden auch Altenheime und Krankenhäuser evakuiert. Insgesamt fast 1000 Menschen verbrachten die Nacht zum Freitag in Notunterkünften. Gefährdet sind auch Teile der Grafschaften Kent und Essex. In London kam am Morgen erneut die Notfall-Kommission der Regierung unter Leitung von Premierminister Gordon Brown zusammen. Zuvor war das Flutwehr der Themse geschlossen worden.

In manchen Regionen bestehe weiter «extreme Lebensgefahr», warnte die Umweltbehörde. Allerdings teilte sie zugleich mit, dass der Anstieg der Nordsee bei der morgendlichen Flut nicht so hoch sei wie zunächst befürchtet. Man gehe nun von 2,7 Metern über dem Normalpegel statt von rund drei Metern aus. Bei der schwersten Sturmflut in der jüngeren Geschichte Großbritanniens waren 1953 in Ostengland 307 Menschen ums Leben gekommen. Damals war die Nordsee um 3,2 Meter angestiegen.

Die Sturmflut in der Nordsee hat außerdem in der Nacht zum Freitag den Hafen von Rotterdam lahmgelegt. Wie niederländische Medien am Morgen berichteten, wurde erstmals das Maeslant-Flutwehr wegen Sturms geschlossen. Das gigantische Bauwerk soll Rotterdam vor dem Wasser der Nordsee schützen. Aufgrund der erwarteten Schließung der zwei je 210 Meter langen Fluttore war der Schiffsverkehr im größten Hafen Europas bereits am Donnerstagabend eingestellt worden. Wegen der Sturmflut wurde auch das Themse- Flutwehr nahe der britischen Hauptstadt London geschlossen. Im Osten Englands wurden vorsorglich mehrere hundert Menschen aus tiefliegenden Küstengebieten in Sicherheit gebracht.

Das 1997 fertiggestellte Maeslant-Flutwehr in Rotterdam war bislang nur zu Übungszwecken geschlossen worden. Seine 22 Meter hohen Tore werden abhängig vom Pegelstand computergesteuert in Bewegung gesetzt. Wie niederländische Medien am Morgen weiter berichteten, wurden auch das Oosterschelde-Sturmflutwehr und das Hartelwehr wegen der Sturmflut geschlossen. (dpa)