netzeitung.deWie «Sturmgeist89» so tickt

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So zeigt sich 'Sturmgeist89' im Web (Foto: nz (screenshot)<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe So zeigt sich 'Sturmgeist89' im Web
Foto: nz (screenshot)
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Internet veröffentlichte der Amokläufer von Tuusula ein Video, das auf die Tat hindeutet. Was er über sich selbst schreibt, lässt lebensfeindliche Entschlossenheit erkennen.

Der 18-jährige Schüler, der an einer finnischen Schule um sich schoss, ist in der Netzgemeinde kein Neuling. In einem online veröffentlichten Video deutet er auf einen Gewaltakt an seiner Schule hin. Auf einer Webseite inszeniert er sich als lebensfeindlicher Held, den Hass auf alles Unwerte antreibt.

Sein krudes Weltbild: Er sei «zynischer Existenzialist», ein Dissident. Alles Unvollkommene wolle er vernichten: Bleibe «natürliche Auslese» aus, helfe er nach. Das wollte einst auch Hitler, als dessen Fan sich der junge Mann outet, durch die Videos, die er im Web veröffentlicht: Reden des Führers, Diktatoren und Führer des letzten Jahrhunderts, unterlegt mit Musik.

Er wolle nicht Teil der «verdammten Gesellschaft» sein. Die Menschheit sei es nur wert, getötet zu werden.

Als Hobbys gibt der 18-jährige neben Sarkasmus und makabren Künsten auch Waffen, Schießen und Computerspiele an. Am liebsten sehe er Filme wie «The Matrix», «Natural Born Killers» oder «Dr. Butcher». Bei den CDs stehen «Terrorizer» oder Musik von «Rammstein» ganz oben.

Parallelen zu dem Amokläufer aus dem nordrhein-westfälischen Emsdetten drängen sich auf. Auch dort stellte sich heraus, dass der Täter einen Großteil seiner Zeit mit Ballerspielen zugebracht hatte und teils lebensfeindliche Ansichten vertrat. In Emsdetten starb Ende 2006 nur der Amokläufer selbst, Dutzende erlitten Verletzungen durch Kugeln und Rauchgas.

«Sturmgeist89» las aber auch. Neben Orwells «1984» erwähnt er die Werke Nietzsches. Doch das macht ihn nicht sympathischer: Wenn die «Gangster» der korrupten Staaten erschossen in den Straßen lägen und «Gerechtigkeit» das demokratische System ersetzt habe, dann werde die Welt begreifen, was er meine. Es sei Zeit, dem Prinzip, dass nur die Stärksten überleben, wieder zur Geltung zu verhelfen, schließt er seine Einlassungen. (nz)