24.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zahngold verbrennt nicht
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Über Jahre sollen sie aus der Asche Verstorbener Edelmetall geraubt haben: In Nürnberg müssen sich sechs Männer wegen Störung der Totenruhe verantworten.
Wegen des versuchten Diebstahls von Leichen-Zahngold müssen sich sechs ehemalige Mitarbeiter des Nürnberger Krematoriums seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Die mittlerweile vom Dienst suspendierten Friedhofsarbeiter sollen über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren Edelmetallüberreste verbrannter Leichen aus einem Sammelbehälter des Krematoriums entnommen und verkauft haben.
Die Angeklagten, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit dem Goldverkauf insgesamt über 130.000 Euro verdienten, äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Sie ließen über ihre Anwälte erklären, es tue ihnen leid, wenn sie Gefühle Angehöriger verletzt hätten. Nach Angaben eines Verteidigers handelten sie in der Annahme, «sie hätten nur Müll genommen.»
Die Männer im Alter von 29 bis 54 Jahren sind vor dem Amtsgericht wegen versuchten schweren Bandendiebstahls in Tateinheit mit Störung der Totenruhe angeklagt. Einen Antrag der Verteidigung, das Verfahren wegen Mängeln in der Anklageschrift sofort einzustellen, wies das Gericht zurück. Einer der Verteidiger bemerkte, es liege kein Diebstahl vor, weil das Zahngold zum Zeitpunkt der Wegnahme weder den Erben noch der Stadt gehörte. (dpa)