23.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Kurz vor der Verladung: Die Heuersdorfer Kirche
Foto: dpa/Peter Endig
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Kirche weicht der Kohle: Auf einem Tieflader zieht das Gotteshaus des sächsischen Heuersdorf in das zwölf Kilometer entfernte Borna. Zum Reformationstag soll sie ankommen. Bilderschau:
Die 750 Jahre alte Emmauskirche, die wie der gesamte sächsische Ort Heuersdorf einem Braunkohletagebau weichen muss, nimmt zunächst ein Schwerlasttransporter auf den Rücken. Danach rollt das fast 1000 Tonnen schwere Gebäude 50 Meter auf eine dafür befestigte Parkfläche. Am Donnerstag soll sich der Transport in Bewegung setzen und bis zum Reformationstag sein Ziel im zwölf Kilometer entfernten Borna erreichen.
Voraussichtlich bis zum Jahresende 2007 soll dann der Tagebau Vereinigtes Schleenhain die Ortsgrenze von Heuersdorf erreichen.
Die Emmauskirche ist ein weitgehend fensterloser Bau romanischen Ursprungs. Sie gilt mit geschätzten 750 Jahren als älteste Wehrkirche in Sachsen. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barock umgebaut und hat daher nun größere Korbbogenfenster sowie einen Dachaufbau mit geschweifter Haube. Die Decke wird von einer mächtigen Holzstütze getragen. Die letzten Restaurierungsarbeiten im Innenraum der Kirche gab es in den Jahren 1937 und 1967. Emmaus steht für einen biblischen Ort in der Nähe Jerusalems, der in enger Verbindung mit der Auferstehung von Jesus Christus steht. (nz/dpa)