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Vom perfiden Geschäft mit Kinderschändern

18. Okt 2007 14:44
Kinderpornografie
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Das Geschäft mit der Kinderschändung blüht. Allein aus Deutschland machen sich jedes Jahr tausende Sextouristen auf den Weg in ferne Länder, um Kinder gegen Bezahlung zu vergewaltigen.

Die Polizei in Thailand jagt derzeit im Scheinwerferlicht internationaler Medien einen dort untergetauchten kanadischen Kinderschänder. Von der Sorte des 32-Jährigen, der kleine Jungen von gerade mal sechs Jahren missbrauchte und dies mit Fotos im Internet dokumentierte, gibt es aber Zehntausende - in Südostasien vor allem in Thailand, Kambodscha und Vietnam. Die Länder beschwören zwar immer den rigorosen Kampf gegen das perfide Geschäft, doch blüht der Sextourismus wie eh und je.

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«Leute, ich fahre nächste Woche nach Bangkok. Wenn ich dann so 'ne geile Maus gefunden habe, welche Hotels spielen da mit?» fragt ein Deutscher ganz offen in einem Internet-Chatroom. Prompt bekommt er Tipps und Preise genannt, als handele es sich um ganz normale Handelsware. Eine andere Seite begrüßt Gäste beim «Treffpunkt für alle reisefreudigen Sexjunkies». Spaß müsse im Urlaub doch erlaubt sein, so das Motto.

Das Kinderhilfswerk «Terre des hommes» schätzt, dass sich allein aus Deutschland jedes Jahr 10 000 Sextouristen auf den Weg in ferne Länder machen. Millionen Kinder werden in aller Welt gegen Bezahlung vergewaltigt, nach Schätzung der Vereinten Nationen allein in Asien mehr als eine Million. Der Umsatz der Industrie, schätzt «Terre des hommes», liegt locker bei 5,5 Milliarden Euro im Jahr.

Der Profit ist beträchtlich. In Vietnam kann ein Zuhälter nach Angaben der internationalen Arbeitsorganisation ILO 2000 US-Dollar im Monat mit einem Kind verdienen. Bei einem Durchschnittseinkommen von 300 Dollar im Jahr ist das enorm viel Geld. Besonders einträglich sei das Geschäft mit Mädchen, die noch Jungfrauen sind. «Es handelt sich neben dem Drogen- und Waffenhandel um eine der einträglichsten kriminellen Betätigungen», schreibt die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung (Ecpat).

Die Opfer werden immer jünger, stellt die ILO fest. In Kambodscha ist nach UN-Schätzungen jede dritte Prostituierte minderjährig. Das thailändische Frauenministerium meint, dass 15 bis 20 Prozent der Prostituierten unter 18 sind. Der Grund: Kunden bevorzugen junge Opfer in der falschen Annahme, dass dann das Risiko einer Ansteckung mit HIV geringer ist. In Wirklichkeit tragen viele der Teenager das Virus aber längst in sich.

Bittere Armut, Misswirtschaft und Korruption machen den Kampf gegen die Ausbeutung in Südostasien besonders schwierig. Die Arbeitsorganisation ILO sieht ein weiteres Problem: «Es herrschen noch kulturelle Werte vor, die besonders der Kindersexindustrie Vorschub leisten», schrieb sie. In Thailand etwa sei es gesellschaftlich akzeptiert, dass Männer Prostituierte besuchen und «Neben»-Frauen haben. Von Mädchen werde von frühestem Alter an erwartet, dass sie ihre Familie unterstützen.

Die Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass ein Großteil der Kunden Einheimische und nicht ausländische Touristen sind. Daraus stricken sich pädophile Touristen gerne die Rechtfertigung zurecht, sie täten ja eigentlich nichts, was in dem Land nicht akzeptiert sei. Manche versteigen sich zu dem Argument, sie würden dem Kind und seiner Familie mit ihrem «Lohn» ja sogar aus der Armut helfen.

Im Kambodscha drehen Freunde von verurteilten Kinderschändern den Spieß inzwischen um und greifen Hilfsgruppen an, die sich um missbrauchte Kinder kümmern. «Die Kinder werden von denen vergewaltigt, die sich als ihre Beschützer ausgeben», steht anonym auf der Webseite ectopia.org. Dort sind Briefe aufgeführt, die angeblich von einheimischen Kindern stammen. Sie seien entführt, misshandelt und zu Falschaussagen gegen Ausländer gezwungen worden, heißt es darin. (Von Christiane Oelrich, dpa)

 
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