16. Okt 2007 10:58, ergänzt 11:09
Als er verfremdete Fotos von sich ins Internet stellte, fühlte sich ein kanadischer Pädophiler offenbar sicher. Interpol gelang es jedoch, seine Identität und seinen Aufenthaltsort zu ermitteln.
Die Polizeiorganisation Interpol rief den Verdächtigen am Montagabend auf, sich zu stellen. «Die Polizei der ganzen Welt jagt ihn», sagte Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble. Interpol hatte Bilder des «Vico» genannten Mannes ins Internet gestellt. Der Mann hatte sein Gesicht auf den Originalfotos zwar digital unkenntlich gemacht worden; Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten daraus jedoch ein identifizierbares Bild rekonstruiert. Name, Geburtsdatum und Passnummer des Verdächtigen seien ermittelt, erklärte Interpol. Die Behörden Südkoreas und Thailands hätten herausgefunden, dass «Vico» am Donnerstag von Seoul nach Bangkok geflogen sei. Das von Überwachungskameras aufgenommene Foto seiner Ankunft wurde von der Polizei für die Fahndung veröffentlicht. Interpol rief die Bevölkerung auf, bei der Fahndung und bei der Sammlung von Beweisen zu helfen. Mehr als 350 Zeugen hatten sich bei Interpol nach Beginn der Internetfahndung gemeldet.
«Vico» hatte zwölf verschiedene Jungen zwischen sechs und zehn Jahren in Vietnam und Kambodscha sexuell missbraucht und dies auf 200 Bildern festgehalten. Die Bilder zirkulierten seit Jahren im Internet. Weltweit stehen laut Interpol Pornofotos von 10 000 bis 20 000 Kindern im Internet. (dpa)