15. Okt 2007 09:36
In Rio de Janeiro haben mehrere Hunderttausend Menschen auf einem Schwulen- und Lesbenfest gegen Homophobie demonstriert. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Brasilien fast 2600 Homosexuelle ermordet.
Das Fest wurde von der «Vereinigung des Stolzes der Gays, Lesben, Bi- und Transsexuelle GLBT» mit finanzieller Hilfe des Gesundheitsministeriums und der Stadt Rio organisiert. Die Menschen feierten nicht nur ausgelassen, sondern forderten vom Kongress die «sofortige Erarbeitung» eines Gesetzentwurfs gegen Homophobie. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden in Brasilien in den vergangenen zehn Jahren mindestens 2582 Homosexuelle ermordet. «Wenn wir in dieser Sache nicht Fortschritte machen, wird unsere Demokratie sich nie konsolidieren», meinte Gouverneur Cabral. Außerdem müsse das Parlament endlich den Gesetzentwurf über die Anerkennung der Zivilehe gleichgeschlechtlicher Paare billigen, forderten die Paradeteilnehmer. Der Entwurf wird im Parlament in Brasilia seit mehr als elf Jahren diskutiert. Protestiert wurde auch gegen Hunger, soziale Ungleichheiten und gegen Diskriminierungen jeder Art.
Ungeachtet der relativ kühlen Temperaturen tanzten viele Besucher ausgelassen bei Technomusik und Samba in knappen Badeanzügen. Viele hatten sich für die Parade verkleidet. Trotz der großen Teilnehmerzahl habe es keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher. (dpa)