18. Sep 2007 12:54
Die Justiz im US-Bundesstaat Nebraska steht vor einer großen Aufgabe: Abgeordneter Chambers will die absurden Seiten des US-Rechtssystems enthüllen. Im Visier hat er dabei den Allerhöchsten.
Mit einer Strafanzeige gegen Gott will ein Abgeordneter im US-Bundesstaat Nebraska seinem Ärger gegen die Flut von Klagen in den USA Luft machen. Gott sei für terroristische Drohungen verantwortlich, verbreite Angst und habe »unter Abermillionen von Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror« verursacht, sagte Ernie Chambers. Eingereicht wurde die Klage im Bezirk Douglas. Der Parlamentarier hält das dortige Gericht für zuständig, da Gott überall sei. Gott hat er sich ausgesucht, weil er ohnehin religionskritisch eingestellt ist und während der Parlamentssitzungen die morgendliche Gebetsrunde schwänzt.
Gott habe Wirbelstürme, Überschwemmungen und Tornados verursacht, erklärte Chambers. Dies wolle er jetzt wenigstens mit einer Einstweiligen Verfügung stoppen. Nach einer Klage gegen einen Bundesrichter habe er sich zu dem Schritt veranlasst gesehen.In dem Fall ging eine Frau gegen den Richter vor, weil dieser in einem Verfahren wegen sexueller Nötigung Begriffe wie «Vergewaltigung» und «Opfer» verbot. Darin sah die Klägerin ihre Redefreiheit eingeschränkt.
Diese Klage sei unangemessen, da das Oberste Gericht in Nebraska den Fall bereits behandelt habe und Bundesgerichte in derlei Angelegenheiten stets der Entscheidung des Obersten Staatsgerichts folgten, sagte Chambers. Der zweifelhafte Wert dieser Klage rechtfertige seine eigene Strafanzeige. «Manche mögen sie unseriös nennen, aber wenn sie sie lesen, werden sie erkennen, dass ich ernste Fragen angesprochen habe.» (AP)