Griechen fassungslos wegen Hilfs-Chaos
27.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach offiziellen Angaben sind seit Ausbruch des ersten Großbrands am vergangenen Freitag 61 Menschen ums Leben gekommen. Medien berichteten von 63 Toten. Mindestens 3000 Menschen sind obdachlos.
In der Provinzhauptstadt Pyrgos und der am schwersten getroffenen Stadt Zacháro wurden Zelte für Obdachlose aufgestellt. Viele Menschen kamen bei Verwandten unter. Rotes Kreuz und Militär verteilten Essen, wie das Fernsehen zeigte. Zahlreiche Familien verloren ihre Existenz: Oliven- und Zitrusbäume wurden ein Opfer der Flammen, Schafe und Ziegen verbrannten. «Alle, alle meine Lieblinge sind weg», sagte eine 70 Jahre alte Frau nahe Zacháro und zeigte auf ihren verkohlten Hund, mehrere tote Ziegen und Hühner. «Ich habe nichts mehr in diesem Leben.»
Die Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis beschuldigte Chaoten oder eine unbekannte Art von Terroristen, einige Brände vor allem im Raum Athen gelegt zu haben. In der Nacht zum Montag patrouillierten Soldaten und Polizisten auf den Bergen und Hügeln rund um die Hauptstadt. An mindestens drei Stellen fanden sie Brandsätze. 100.000 Euro sind als Belohnung für sachdienliche Hinweise zu den mutmaßlichen Tätern ausgesetzt worden.
Die Winde, die die Feuer immer wieder anfachten, ließen unterdessen etwas nach. Der Montag gilt als ein «Schlüsseltag» im Kampf gegen die Flammen. «Wir müssen sie heute massiv mit Wasser bombardieren. Wir brauchen endlich einen Erfolg, um den Menschen Mut zu machen», sagte ein Feuerwehrmann. Vielerorts sei die Lage noch außer Kontrolle.
Inzwischen sind fünf Löschflugzeuge aus Frankreich, eines aus Italien sowie 60 Feuerwehrleute aus Frankreich und 60 aus Zypern in dem Katastrophengebiet eingetroffen. Am Abend wurden auch drei Hubschrauber aus Deutschland erwartet. (dpa)

