Sechs Tote bei Bluttat in Duisburg
15.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Opfer gehörten demnach zu einem von zwei rivalisierenden Clans der süditalienischen Verbrecherorganisation 'Ndrangheta. Das Killerkommando der gegnerischen Familie sei direkt aus Kalabrien nach Duisburg geschickt worden. Laut den Ermittlungen soll der Eigentümer der Pizzeria, in deren Nähe das Verbrechen begangen wurde, zu einer der beiden Familie gehören, die sich in der Ortschaft San Luca bekämpften.
Die Männer waren in der Nacht zum Mittwoch in der Nähe des Hauptbahnhofs offensichtlich mit Kopfschüssen getötet worden. Fünf von ihnen waren bereits tot, als die Beamten am Tatort eintrafen. Der sechste starb auf dem Weg ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.
Die Autos, mit denen die Opfer unterwegs waren, trugen Nummernschilder aus Pforzheim und Duisburg. Wie Polizeisprecher Pape mitteilte, wohnten drei der Italiener in Duisburg und Mülheim. Möglicherweise hatten sie vor ihrem Tod das nahe liegende Restaurant besucht.
Die Polizei will gegen Mittag nähere Einzelheiten der Tat bekannt geben. Polizeisprecher Reinhard Pape sagte am Morgen zunächst, die Hintergründe für die Bluttat seien noch völlig offen. «Wir wissen noch nichts», sagte Pape. Die Spurensicherung war im Einsatz, die Suche nach Zeugen lief auf Hochtouren.
Der Fundort der Leichen im Stadtteil Neudorf ist eine zweispurige Straße gut 100 Meter von Hauptgebäude des Bahnhofs entfernt. Angrenzend befindet sich ein großes Verwaltungsgebäude. Unweit davon ist die Universität. Um die Spurensicherung nicht zu stören, wurde der Fundort weiträumig abgesperrt. Ermittler stellten Zelte auf. Der Bahnverkehr ist trotz der Nähe zum Bahnhof nicht beeinträchtigt. Allerdings wurden zwei U-Bahn-Eingänge geschlossen.
Die hohe Zahl der Opfer weckt Erinnerungen an den siebenfachen Mord von Sittensen. Im vergangenen Februar waren bei einem Raubüberfall in einem China-Restaurant in der niedersächsischen Stadt das Betreiber-Ehepaar und fünf Angestellte erschossen worden. (nz/dpa/AP)

