02.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Autobahnbrücke über den Mississippi eingestürzt
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mehrere Tote und Dutzende Verletzte hat es bei einem Einsturz einer Autobahnbrücke über den Mississippi gegeben. Augenzeugen schilderten, es sehe aus «wie nach einem Erdbeben».
Beim Einsturz einer Autobahnbrücke über den Mississippi sind am Mittwoch im US-Bundesstaat Minnesota mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und mehr als 60 teils lebensgefährlich verletzt worden. Die Behörden korrigierten die Zahl der Toten nach unten, nachdem sie zunächst von sieben Opfern ausgegangen waren. Allerdings werden laut der lokalen Zeitung «Star Tribune» noch 22 Menschen vermisst. Die US-Küstenwache gab an, in dem Fluss befänden sich 30 bis 50 Autos.
Die 40 Jahre alte Brücke verband die Städte Minneapolis und St. Paul und brach inmitten des Berufsverkehrs am frühen Abend (Ortszeit) plötzlich in drei Abschnitten über dem Fluss zusammen. Nach Augenzeugenberichten stürzten 50 bis 100 Fahrzeuge ins Wasser oder wurden am Flussufer unter Trümmern begraben. Mehrere Augenzeugen schilderten, es sehe aus «wie nach einem Erdbeben». Gouverneur Tim Pawlenty sprach von einer «Katastrophe von historischem Ausmaß».
Laut dem Sender CNN ist auf Bildern einer Überwachungskamera zu sehen, dass die Brücke in weniger als vier Sekunden zusammenbrach. Über die Einsturzursache herrschte zunächst völlige Unklarheit. Das US- Heimatschutzministerium schloss einen Terroranschlag aus. Fernsehberichten zufolge war die Brücke erst vor drei Jahren inspiziert und für sicher befunden worden.
Weniger Verkehr wegen BauarbeitenEs seien zur Zeit des Zusammensturzes aber Bauarbeiten im Gange gewesen. Diese Arbeiten könnten aber eine noch größere Katastrophe verhindert haben, da mehrere Fahrspuren zur Unfallzeit gesperrt waren. Deshalb hätten sich deutlich weniger Fahrzeuge auf der Brücke befunden als sonst während des Berufsverkehrs, hieß es. In zwei Spuren standen Fahrzeuge allerdings Stoßstange an Stoßstange, als die Brücke nachgab.
Nach Augenzeugenberichten stürzte die Brücke nach einem Grollen und Zittern plötzlich ein. Zahlreiche Fahrzeuge sackten auf riesigen Zementblöcken ins Wasser ab, darunter auch ein Schulbus mit 60 Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren. Polizeiangaben zufolge konnten sie alle in Sicherheit gebracht werden. Ein auf einem riesigen Trümmerstück gestrandeter Lastzug fing Feuer. Andere Fahrzeuge versanken im Wasser, nach Augenzeugenberichten wurden zahlreiche Menschen, darunter Frauen und Kinder, von Rettungsbooten geborgen. (nz/dpa/AP)