netzeitung.deSpanien schickt Soldaten auf die Kanaren

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Brände auf den Kanarischen Inseln (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Brände auf den Kanarischen Inseln
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die spanische Regierung will den von den Waldbränden betroffenen Gebieten auf den Kanarischen Inseln nicht nur finanziell helfen. Die lokalen Behörden bezeichnen die Situation als «dramatisch».

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero reist am heutigen Mittwoch in die von Waldbränden betroffenen Gebiete auf den Kanarischen Inseln. Wie die Madrider Regierung mitteilte, will der Regierungschef sich ein Bild vom Ausmaß der verheerenden Feuersbrünste auf Gran Canaria und Teneriffa machen. Nach Angaben der Behörden wurden bis zum Mittwoch auf beiden Inseln insgesamt 35.000 Hektar Wald- und Buschland ein Raub der Flammen. Vor allem Pinienwälder wurden vernichtet.

Auf beiden Inseln mussten fast 14.000 Einwohner und Urlauber in Sicherheit gebracht werden, unter ihnen auch Deutsche. Rund 80 Häuser brannten nieder. Bei den Löscharbeiten wurden zwei Soldaten verletzt, als ihr Tankwagen umstürzte. Zudem erlitten Dutzende Menschen Rauchvergiftungen und Nervenzusammenbrüche.

Die spanische Regierung kündigte die zusätzliche Entsendung von 150 Soldaten zur Brandbekämpfung an. «Die Lage ist sehr alarmierend», räumte Umweltministerin Cristina Narbona bei einem Besuch auf Gran Canaria ein. Sie sagte finanzielle Unterstützung für die Betroffenen zu. Umweltschützer kritisierten unterdessen, die Behörden hätten viel zu spät reagiert und nicht genügend Mittel zur Verfügung gestellt.

Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero bezeichnete die Lage als «dramatisch». Bei den Löscharbeiten habe der Schutz besiedelter Gebiete Vorrang vor der Rettung des Waldes. Zwar waren die Löschtrupps ununterbrochen im Einsatz, wegen des starken Windes und der großen Hitze konnten sie aber nur einige der Feuerfronten unter Kontrolle bringen. Zudem konnten die Löschhubschrauber nur bei Tageslicht eingesetzt werden.

Auf Teneriffa blieb der Nationalpark rund um den Vulkan Teide - mit 3718 Metern Spaniens höchster Berg - von den Flammen verschont. Auf der Insel La Gomera konnte ein kleineres Feuer gelöscht werden. Auf Gran Canaria brannten etwa 60 Häuser nieder. Rund 5600 Menschen flohen vor den Flammen, darunter auch etwa 40 deutsche Urlauber.

Die Touristen wurden aus ihrem Hotel in den Bergen nahe San Bartolomé de Tirajana in Sicherheit gebracht. Das Feuer hatte sich der Anlage bis auf einen Kilometer genähert, wie der Rundfunk berichtete. Die Deutschen wurden in einer anderen Herberge an der Küste untergebracht. Das Feuer auf Gran Canaria war von einem Forstarbeiter aus Wut über seine bevorstehende Entlassung gelegt worden. Der 37-Jährige sitzt in Haft, ihm drohen zehn Jahre Gefängnis.

Der Kampf gegen die Flammen wurde durch die ungewöhnliche Hitze mit Temperaturen von über 40 Grad erschwert. Auf den Inseln Lanzarote und La Palma starben drei Rentner in Folge der Hitze an Kreislaufversagen. (dpa)