netzeitung.deTausende von Waldbränden auf Kanaren bedroht

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Waldbrand auf Gran Canaria (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Waldbrand auf Gran Canaria
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Waldbrände auf den Kanarischen Inseln werden immer bedrohlicher. Tausende Menschen mussten vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Zwei Soldaten wurden bei Löscharbeiten verletzt.

Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände auf den Kanarischen Inseln hat sich die Lage weiter zugespitzt. Auf Gran Canaria und Teneriffa erreichten die Großfeuer am Dienstag einen Umfang von zusammen mehr als 30.000 Hektar, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Dies entspricht in etwa der Größe einer Stadt wie München. Vor allem Pinienwälder wurden vernichtet.

Auf beiden Inseln mussten fast 14.000 Einwohner und Urlauber aus evakuierten Gemeinden in Sicherheit gebracht werden, unter ihnen auch Deutsche. Rund 80 Häuser brannten nieder. Bei den Löscharbeiten wurden zwei Soldaten verletzt, als ihr Tankwagen umstürzte. Zudem erlitten Dutzende Menschen Rauchvergiftungen und Nervenzusammenbrüche, wie das Fernsehen berichtete.

Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero bezeichnete die Lage als «dramatisch». Nach seinen Schätzungen sind rund 10.000 Hektar Wald vollständig verkohlt. Die Menschen müssten in Sicherheit gebracht und ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Dies müsse vor der Rettung des Waldes Vorrang haben. Zwar waren die Löschtrupps ununterbrochen im Einsatz, wegen des starken Windes und der großen Hitze konnten sie aber nur einige der Feuerfronten unter Kontrolle bringen. Zudem können die Löschhubschrauber nur bei Tageslicht eingesetzt werden. Auf Teneriffa blieb der Nationalpark rund um den Vulkan Teide - mit 3718 Metern Spaniens höchster Berg -von den Flammen verschont. Auf der Insel La Gomera konnte ein kleineres Feuer gelöscht werden.

Weitere 150 Soldaten entsandt
Die spanische Regierung kündigte die zusätzliche Entsendung von 150 Soldaten zur Brandbekämpfung an. «Die Lage ist sehr alarmierend», räumte Umweltministerin Cristina Narbona bei einem Besuch auf Gran Canaria ein. Sie sagte zudem finanzielle Unterstützung für die Betroffenen zu. Umweltschützer kritisierten unterdessen, die Behörden hätten viel zu spät reagiert und nicht genügend Mittel zur Verfügung gestellt.

Während Gran Canaria bereits seit dem Wochenende gegen die Feuersbrünste kämpft, war Teneriffa am Montagabend von einem großen Waldbrand erfasst worden. Im Norden der Insel flohen rund 8500 Menschen vor den Flammen, die einige Häuser erfassten. Verletzt wurde aber niemand. Das Feuer überwand eine Brandschneise und bildete mehrere Fronten. Nach den Worten von Inselratspräsident Ricardo Melchior ist vermutlich Brandstiftung die Ursache des Feuers, das in der Gegend um Los Realejos ausgebrochen war. Überdies wurden zwei weitere Waldbrände aus dem Süden Teneriffas gemeldet.

Auf der Nachbarinsel Gran Canaria brannten etwa 60 Häuser nieder. Mehr als 5000 Menschen flohen vor den Flammen, darunter auch etwa 40 deutsche Urlauber. Sie wurden aus ihrem Hotel in den Bergen nahe San Bartolomé de Tirajana in Sicherheit gebracht. Das Feuer hatte sich der Anlage bis auf einen Kilometer genähert, wie der Rundfunk berichtete. Die Deutschen wurden in einer anderen Herberge an der Küste untergebracht. Das Feuer auf Gran Canaria war von einem Forstarbeiter aus Wut über seine bevorstehende Entlassung gelegt worden. Der 37-Jährige sitzt in Haft, ihm drohen zehn Jahre Gefängnis.

Keine Entwarnung in Griechenland
In Griechenland hat sich die Situation beruhigt. Der Feuerwehr ist es am Dienstag gelungen, die seit Wochen wütenden Brände größtenteils unter Kontrolle zu bringen. Bewohnte Regionen wurden nicht mehr von Flammen bedroht. Es könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden, die Brandgefahr bleibe extrem hoch, berichtete der staatliche griechische Rundfunk unter Berufung auf die Feuerwehr.

Einige Brände tobten noch im Westen der Mittelmeerinsel Kreta auf den Bergen südlich der Hafenstadt Chania sowie an der Grenze zu Albanien und Mazedonien. Löschflugzeuge waren im Einsatz, um auch diese Brandherde zu löschen. Am schwierigsten sei die Lage in der Gebirgsregion zwischen Griechenland und Albanien auf dem Berg Grammos. Dort explodierten immer wieder Munition sowie Minen aus dem griechischen Bürgerkrieg (1947-1949) und machten den Einsatz von Feuerwehrleuten unmöglich, berichtete der Rundfunk weiter. (dpa)