21.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bootsflüchtlinge
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor den Kanarischen Inseln sind offenbar doch mehr afrikanische Bootsflüchtlinge umgekommen als zunächst angenommen. Der Strom der Rettungssuchenden hält unterdessen an.
Das Ausmaß der jüngsten Flüchtlingstragödie vor den Kanarischen Inseln ist vermutlich größer als bislang befürchtet. Die 48 Überlebenden berichteten nach Rundfunkangaben vom Samstag, an Bord des in der Nacht zum Donnerstag gekenterten Bootes seien rund 135 Menschen gewesen, darunter mindestens auch zwei Frauen und ein Kind. Die spanischen Behörden befürchten deshalb, dass bei dem Unglück fast 90 afrikanische Flüchtlinge im Atlantik ertrunken sind. Bislang konnten nur drei Leichen geborgen werden. Es gebe praktisch keine Hoffnung mehr, weitere Überlebende zu finden, teilte der Seenotrettungsdienst mit.
Nach Aussage der Geretteten stammen die Flüchtlinge überwiegend aus Liberia, Ghana und Gambia. Sie seien in Guinea Bissau ausgelaufen und rund zehn Tage unterwegs gewesen. Ziel waren die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. Das Boot war rund 170 Kilometer vor der Küste Teneriffas gekentert, als ein Rettungskreuzer die in Seenot geratenen Afrikaner an Bord nehmen wollte. Alle Insassen waren ins Meer gestürzt, nur 48 von ihnen konnten geborgen werden. Angesichts der dramatischen Szenen stünden einige der Retter unter Schock, hieß es. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte schwere See mit Sturm und fünf Meter hohen Wellen.
Der Flüchtlingszustrom hielt derweil weiter an. Am Samstag griff die Polizei 70 Nordafrikaner auf, die mit einem Boot nahe Cádiz in Südspanien an die Küste gelangt waren. Ein weiteres Boot hatte am Vorabend die Ferieninsel Menorca auf den Balearen erreicht. Die Insassen konnten flüchten. (dpa)