19. Jul 2007 11:30
Mitarbeiter des Erfurter Zoos hatten immer wieder Tiere getötet und ihr Fleisch verkauft. Jetzt sind erste Konsequenzen gezogen worden.
In dem Zoo waren heimische Tiere ohne Genehmigung mit einem Bolzenschussgerät getötet und verkauft worden. Zudem war dem Direktor in letzter Zeit immer wieder anderes Fehlverhalten als Führungskraft vorgeworfen worden. Neuer Zoodirektor wird Hans-Günter Colette. Der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein habe alle der Stadt bekannten Fakten über die Zustände am Zoopark an die Staatsanwaltschaft übergeben, sagte Sprecherin Inga Hettstedt. Nun werde geprüft, inwieweit die festgestellten Verstöße strafrelevant seien.
Bei den getöteten Tieren habe es sich ausnahmslos um «schlachtbare» Tiere wie Ziegen, Schafe, Schweine, Rehe oder Hirsche gehandelt. Diese seien über mehrere Jahre hinweg ohne Genehmigung des Veterinäramtes getötet worden. Die bei Schlachtungen in Deutschland vorgeschriebene Fleischbeschau habe nicht stattgefunden, es sei also auch keine Freigabe erfolgt, bevor das Fleisch an Privatpersonen abgegeben worden sei. Allerdings habe es keine Verkäufe in großem Stil - etwa an Gaststätten - gegeben, betonte Hettstedt.
Der Zoo am Roten Berg im Norden der Landeshauptstadt ist ein Eigenbetrieb der Stadtverwaltung Erfurt. Er beherbergt auf rund 63 Hektar über 1.400 Tiere in rund 190 Arten. (AP)