05. Jul 2007 12:53, ergänzt 14:23
In der Elbe ist ein Pottwal verendet. Das seltene Tier hatte sich vermutlich erst in die Nordsee und dann in die Elbmündung verirrt.
In der Elbe ist ein acht Meter langer toter Pottwal entdeckt worden. Der Kadaver wurde am Mittwochabend gefunden und zum Revier der Wasserschutzpolizei in Waltershof geschleppt, wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte.Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace war der Wal offenbar mit einem Schiff kollidiert und auf die Bugnase geraten. «Farbreste an dem Kadaver deuten darauf hin, dass das Tier dort liegen blieb und die Elbe heruntergeschleppt wurde», sagte Meeresbiologe Thilo Maack. Die Bugnase ist ein wulstförmiger Vorbau am Schiffsrumpf. Sie erhöht durch ihr Volumen den Auftrieb des Schiffes.
Nach Angaben der Umweltstiftung WWF passiert es ausgesprochen selten, dass ein so großer Wal in die Elbe gelangt. Der Wal habe sich vermutlich doppelt verirrt, sagte ein Sprecher «Zum einen ist er offenbar aus dem Atlantik in die Nordsee geraten und von dort in die Elbe.» Häufig verirren sich große Wale durch Lärmbelästigungen, die in den Meeren durch Bohrungen oder große Schiffe ausgelöst werden. «Pottwal-Strandungen in der Elbe sind mir bisher nicht bekannt.» Pottwale können bis zu 20 Meter lang werden und kommen in allen Ozeanen vor. Ihr Bestand gilt als gefährdet.Kleinere, etwa 1,50 Meter lange Schweinswale, verirrten sich dagegen häufiger. Ein ähnlich großer Wal wie der Pottwal war zuletzt im Oktober 2003 im Hamburger Hafen geborgen worden. Der zwölf Meter lange und 13,6 Tonnen schwere Finnwal war damals an den Verletzungen durch eine Schiffsschraube gestorben. (nz/dpa/AP)