netzeitung.deIn den Alpen sind wieder Bären unterwegs

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Wenn der Braunbär zum Problem wird (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wenn der Braunbär zum Problem wird
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In der Schweiz haben zwei Bären mehrere Schafe gerissen. Hinter einem der Bären vermuten die Behörden einen Bruder des Problembären Bruno.

In den Schweizer Bergen haben zwei Bären in den vergangenen Tagen insgesamt 14 Schafe gerissen. Ein weiteres Schaf ist vermutlich wegen eines Bärenangriffs im Bündnerland zu Tode gestürzt. Ein Abschuss für die Bären sei aber vorerst kein Thema, teilten die Behörden mit. Es seien die ersten Schafrisse im Bündnerland seit zwei Jahren.

Die Braunbären waren in den vergangenen Tagen von Italien über die Grenze ins Unterengadin gewandert, wie die Schweizer Behörden am Mittwoch vermuteten. Auch im italienschen Trentino wurden in den vergangenen Wochen mehrere Schafe gerissen.

Noch kein «Problembär»
Bei den beiden Tieren handelt es sich den Angaben nach noch nicht um «Problembären» im Sinne des Schweizer Bärenkonzepts. Entscheidend sei, dass sich die Bären gegenüber Menschen bisher absolut unauffällig verhalten hätten, sagte Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Jagd und Wildtiere im Schweizer Bundesumweltamt. Ein Abschuss kommt demnach nur in Frage, wenn ein Bär Menschen gefährdet, sie angegriffen, verletzt oder sogar getötet hat.

Welche Bären für die Angriffe verantwortlich waren, ist noch unklar, da sie keine verwertbaren Spuren hinterließen. Seit Anfang Juni sind mindestens zwei Bären erstmals seit zwei Jahren wieder im Bündnerland gesehen worden. Hinter den Schafrissen am Flüela wird ein Bär vermutet, der schon am 6. Juni seine Spuren im Dischmatal bei Davos hinterlassen hatte.

Überfall auf Bienenhäuser
Der andere Bär wurde auf Grund von Haaren als «JJ3» identifiziert. Das 2006 geborene Jungtier ist der Bruder von «Lumpaz» und von «Bruno», der vor Jahresfrist in Oberbayern als «Problembär» erschossen wurde. «JJ3» machte sich im Münstertal und vermutlich in der vergangenen Woche auch im Unterengadin über Bienenhäuser her. Auf sein Konto könnten nach den Vermutungen der Behörden auch die Risse im S-Charltal gehen.

Bären lassen sich in den Schweizer Alpen selten blicken. Nach 100 Jahren Pause wurde vor knapp zwei Jahren erstmals wieder eines der geschützten Tiere in der Schweiz gesichtet. Schäden, die die Tiere anrichten, erstattet die Regierung. Nur wenn die Tiere auf Menschen losgehen, werden sie zum Abschuss freigegeben. (nz)