netzeitung.deHintergrund: Deutsche im Ausland in Haft

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Angler Donald Klein geriet beim Hochseefischen in iranische Hoheitsgewässer und verbrachte dafür 15 Monate im Iran hinter Gittern. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angler Donald Klein geriet beim Hochseefischen in iranische Hoheitsgewässer und verbrachte dafür 15 Monate im Iran hinter Gittern.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Marco W. ist kein Einzelfall: Das Auswärtige Amt betreut jedes Jahr 2500 bis 3000 Deutsche nach einer Verhaftung im Ausland. Für Schlagzeilen sorgen oft Fälle in fernen Ländern mit drakonischer Strafandrohung.

Im Ausland inhaftierte Deutsche wie derzeit der 17 Jahre alte Marco in der Türkei sorgen immer wieder für Aufsehen. Oft geben die Gründe ihrer Verhaftung und die Zustände in ausländischen Haftanstalten Anlass für Proteste. 2500 bis 3000 Deutsche werden jährlich nach einer Verhaftung im Ausland vom Auswärtigen Amt betreut.

Für Schlagzeilen sorgen oft Fälle in fernen Ländern mit drakonischer Strafandrohung. Die meisten Deutsche geraten jedoch in europäischen Urlaubszielen mit der Justiz in Konflikt, wie das Auswärtige Amt in Berlin erläutert.

Heimatland muss informiert werden
Nach internationalen Übereinkommen muss bei der Verhaftung eines Ausländers das Heimatland umgehend informiert werden. Das Auswärtige Amt bietet Deutschen dann konsularische Betreuung an. Diese enthält neben Besuchen in der Haft die Vermittlung eines Anwaltes am Ort und die Herstellung des Kontakts zu den Angehörigen.

Bei dem Besuch im ausländischen Gefängnis achtet der deutsche Konsularbeamte auch darauf, ob dort die Mindeststandards eingehalten werden. Beschwerden kann er meist unmittelbar an die Gefängnisleitung richten. Besonders intensiv kümmert sich die Auslandsvertretung um inhaftierte Jugendliche oder Fälle, in denen die Todesstrafe droht.

16-jährige Deutsche stand in Izmit vor Gericht
Für Aufregung sorgte zuletzt der Fall des deutschen Anglers Donald Klein, der beim Hochseefischen in iranische Hoheitsgewässer geraten war und dafür 15 Monate im Iran hinter Gittern verbrachte. In Singapur wurde 2002 zunächst um das Leben der Deutschen Julia Bohl gefürchtet, der wegen Drogendelikten der Galgen drohte. Sie kam schließlich nach drei Jahren frei.

In der Türkei stand 2004 eine drogenabhängige 16 Jahre alte Deutsche vor Gericht, die mit ihrem türkischen Freund Drogen nach Deutschland schmuggeln wollte. Das Jugendgericht in Izmit ließ die Schülerin nach Deutschland zurückkehren. (dpa)