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Weltweiter Pädophilen-Ring zerschlagen

18. Jun 2007 15:04, ergänzt 17:25
Polizisten fahnden im Internet nach Kinderpornografie (Archivbild)
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An den Ermittlungen waren Behörden aus 35 Ländern beteiligt: Über einen Chatroom kamen sie auf die Spur von hunderten Pädophilen. Unter den Verdächtigen sind auch Deutsche.

Die Polizei hat einen weltweit operierenden Pädophilen-Ring im Internet zerschlagen, der zehntausende Bilder und Filme über sexuellen Missbrauch von Kindern austauschte. Die jüngsten Opfer waren nur einige Monate alt, wie die britischen Behörden am Montag mitteilten. 31 Kinder wurden gerettet und mehr als 700 Verdächtige identifiziert. Ein mutmaßlicher Haupttäter ist ein 27 Jahre alter Brite. Rund 200 Verdächtige stammen nach Polizeiangaben aus Großbritannien.

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Auch in Deutschland wird gegen zwei Männer aus Brandenburg und Bayern ermittelt. Man habe die Computeradressen der beiden Internetnutzer an die zuständigen Landeskriminalämter weitergegeben, teilte das Bundeskriminalamt mit. Zu möglichen Opfern in Deutschland konnte das BKA zunächst keine Angaben machen. Gegen einen 46-jährigen Mann aus dem Spree-Neiße-Kreis ermittele die Staatsanwaltschaft wegen des Besitzes und/oder der Verbreitung kinderpornografischer Schriften, wie das LKA Brandenburg mitteilte.

Ein kanadischer Ermittler kam dem internationalen Netzwerk bereits vor Monaten über einen Internet-Chatroom auf die Spur, dessen Betreiber im September vergangenen Jahres festgenommen wurde. Fahnder nutzten seine Online-Identität, um den Chatroom «Kids the Light of Our Lives» (Kinder, das Licht unseres Lebens) weiterzubetreiben und Beweise gegen die Nutzer zu sammeln.

An den zehnmonatigen Ermittlungen waren Behörden aus 35 Ländern beteiligt. Bei dem 27-jährigen Chatroom-Betreiber, der nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PA im englischen Buxhall in einem Bauernhaus mit seinen Eltern und seiner Schwester lebte, wurden fast 76.000 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt gefunden, darunter 1000 Filme. Der Mann wurde am Montag in Haft genommen.

Vor Gericht hieß es, der 27-Jährige habe eine «Marktlücke» entdeckt, nachdem eine einschlägige US-Website von der Polizei geschlossen worden war. Wie die Behörden mitteilten, soll er mehr als 11.000 Bilder an andere Nutzer weitergegeben haben. Der Mann hatte seinen Computer in seinem Schlafzimmer stehen, wie PA weiter berichtete. Er gestand den Besitz und die Weitergabe von pornografischen Bildern in neun Fällen. Im Internet benutzte er den Namen «Son of God» (Gottessohn).

Mehr als 15 sexuell misshandelte Kinder stammten den Angaben zufolge aus Großbritannien. Der Chef der britischen Kinderschutzbehörde CEOP, Jim Gamble, sagte, auf den Fotos sei der Missbrauch von «sehr, sehr jungen Kindern, Babys» zu sehen. Die ältesten Opfer seien mehr als zehn Jahre alt gewesen. Die Festnahme des 27-Jährigen sei eine deutliche Warnung für alle, die das Internet für kinderpornografische Zwecke missbrauchten. «Für jeden der denkt, er könne solche schrecklichen Taten unentdeckt ausführen, ist dies ein böses Erwachen», sagte Gamble PA zufolge. (AP)

 
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