Domküster dealt mit Heroin aus Kirchen-Safe
07.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bei der Festnahme des Mannes in Magdeburg wurden zudem drei Kilogramm Marihuana gefunden, die er zuvor einem niederländischen Lastwagenfahrer abgekauft haben soll. Noch im Tagesverlauf sollte gegen den Mitarbeiter des Evangelischen Kirchspiels Haftbefehl wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen erlassen werden.
Die Evangelische Kirche zeigte sich bestürzt und suspendierte den seit 18 Jahren beschäftigten Domküster mit sofortiger Wirkung vom Dienst. Über eine fristlose Kündigung will der Gemeindekirchenrat in der kommenden Woche entscheiden. Pfarrer Harald Kunze belegte den 47-Jährigen zudem mit einem Hausverbot für den Dom.
«Ich bin schockiert», sagte der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack. «Nicht nur, weil ein Gotteshaus missbraucht worden ist. Noch schwerer wiegt, dass ein hauptamtlicher Beschäftigter unserer Kirche offensichtlich in ein Milieu verstrickt ist, das für den eigenen Vorteil großes Leid von Menschen billigend in Kauf nimmt.» Der Superintendent des Kirchenkreises Halberstadt, Christoph Hackbeil, sagte: «Mich macht der Fall angesichts des kirchlichen Engagements in der Suchtprävention richtig wütend.» (dpa)

