netzeitung.deCharité-Schwester wollte vor Zeugen töten

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Hier ist es passiert: die Berliner Charité (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hier ist es passiert: die Berliner Charité
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die angeklagte Schwester der Berliner Charité soll sich bei einer Ärztin erkundigt haben, ob sie die Beatmung eines Patienten abstellen könne. Auch beim Schlagen von Patienten wurde sie beobachtet.

Im Mordprozess gegen eine Krankenschwester der Berliner Charité sind erneut Anschuldigungen gegen die Angeklagte erhoben worden. Eine Ärztin des Krankenhauses erinnerte sich am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht, dass die Angeklagte gefragt habe, ob sie die Beatmung eines sterbenden Patienten abstellen solle. Das sei dem Vorschlag gleichgekommen, den Mann zu töten, sagte die Zeugin. Außerdem habe sie beobachtet, wie die Schwester einen schwer kranken Patienten geschlagen habe.

Die 54-jährige Angeklagte hatte vier von sechs Taten eingeräumt und sich auf Sterbehilfe berufen. Laut Anklage hat sie 2005 und 2006 sechs Patienten im Alter von 48 bis 77 Jahren getötet.

Die Staatsanwaltschaft wirft der ehemaligen Schwester zusätzlich noch zwei Mordversuche vor. Dafür will Irene B. jedoch nicht verantwortlich sein. Während sie selbst aussagte, aus Mitlied getötet zu haben, wirft ihr die Staatsanwaltschaft niedrige Beweggründe vor. Am Mittwoch sollten mehrere Ärzte sowie der Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gert Baumann, als Zeugen befragt werden.

Einige der bekannten Vorfälle waren zwar der pflegerischen Stationsleiterin gemeldet worden, doch die griff erst Monate später ein. Nach den Vorwürfen im Prozess hatte die Charité in der vergangenen Woche erste personelle Konsequenzen gezogen und die Stationsleiterin vom Dienst suspendiert.

Nach einer Anzeige seitens der Klinik war Irene B. im vergangenen Oktober verhaftet worden. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe. (nz)