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Trauerzug für ermordete Polizistin

30. Apr 2007 19:35
Polizisten tragen Bild der toten Beamtin
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In Böblingen haben tausende Polizisten Abschied von ihrer in Heilbronn ermordeten Kollegin genommen. Eine heiße Spur zu dem Täter gibt es bisher nicht.

Mitten am Tag ist es still in Böblingen. Zwei Polizisten tragen stumm ein Bild ihrer ermordeten Kollegin durch die Innenstadt zur Stadtkirche St. Dionysius. Ihnen folgen rund 3500 Beamte aus Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Unbekannte Täter hatten die 22-jährige Beamtin und ihren 24 Jahre alten Kollegen am vergangenen Mittwoch auf dem Festplatz in Heilbronn mit Kopfschüssen niedergestreckt. Der Mann überlebte lebensgefährlich verletzt.

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Einen konkreten Verdacht auf die Täter gibt es bisher nicht - trotz mehr als 400 Hinweisen aus der Bevölkerung. Noch sichtlich mitgenommen von dem Verbrechen tritt Baden- Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) ans Rednerpult in dem vollbesetzten Gotteshaus. «Wir fühlen uns hilflos, sprachlos und gelähmt vor Entsetzen», sagt er mit brüchiger Stimme. Und fügt hinzu: «Wir sind ohnmächtig vor Wut.»

Neben der Trauer um die tote Polizistin eint die Anwesenden die Sorge um deren schwer verletzen Kollegen. Der Zustand des 24-Jährigen ist nach wie vor kritisch. Er liegt mit einer schweren Kopfwunde im Koma und wird im Krankenhaus rund um die Uhr von Beamten bewacht.

«Wir wissen nicht, wer die Täter waren. Deshalb müssen wir jederzeit damit rechnen, dass sie versuchen, den einzigen Zeugen um die Ecke zu bringen», sagt ein Polizeisprecher am Montag. Die einzige Spur, die laut Ermittler derzeit als Erfolg versprechend bezeichnet werden könnte, ist die Aussage eines Zeugen, der kurz nach der Tat einen blutverschmierten Unbekannten in ein Auto springen sah.

50.000 Euro Belohnung

Die Polizei sucht zudem einen Passanten, der einem Radioreporter Beobachtungen zur Tat geschildert haben soll. Die Belohnung wurde am Montag auf 50.000 Euro erhöht. In Böblingen kämpfen viele der rund 3000 Menschen, die in der Kirche keinen Platz gefunden haben und sich auf dem Vorplatz versammelt hatten, mit den Tränen.

Der Gottesdienst wird über Lautsprecher nach draußen übertragen. Es herrscht betretende Stille - unterbrochen nur von leisem Schluchzen und verstohlenem Naseschneuzen. Nach dem Gottesdienst bilden sich lange Schlangen an dem in der Kirche aufgebahrten Sarg. Viele legen Steine davor nieder, die am Mittwoch mit zum Begräbnis in die Heimatgemeinde der Ermordeten, Oberweißbach im Thüringer Wald, genommen werden sollen. (Christian Fahrenbach, dpa)

 
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