Heilbronner Polizisten-Mörder im Osten vermutet
27.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Ermittler bekommen immer mehr Hinweise aus der Bevölkerung. Mittlerweile seien es mehr als 300, teilte ein Polizeisprecher mit. Eine heiße Spur gebe es jedoch nicht. Als sicher gilt, dass es sich um mindestens zwei Täter handelt. Auch der Aussage eines Zeugen, einen blutverschmierten Mann am Tatort gesehen zu haben, gingen die Ermittler nach. Die Sonderkommission «Parkplatz» sucht nach weiteren Zeugen, die den Mann gesehen haben. So soll auch eine Frau von dem Verdächtigen beinahe umgerannt worden sein. Die Ermittler befragten erneut die Bürger in der Innenstadt und verteilten Flugblätter in den Schulen in der Nähe des Tatortes.
Unterdessen gedachten die Heilbronner mit einer Kranzniederlegung der erschossenen Polizistin. Am Freitagnachmittag wollten Geistliche beider Konfessionen in der Heilbronner Kilianskirche einen Trauergottesdienst abhalten. Zum Gottesdienst wurden auch Ministerpräsident Günther Oettinger, Innenminister Heribert Rech (beide CDU), der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, der Stuttgarter Regierungspräsident Udo Andriof und Vertreter der Polizei erwartet. Vor dem Gottesdienst wollte Oettinger nach Angaben des Staatsministeriums einen Kranz am Tatort niederlegen. Im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch aus.
Ein Passant hatte die 22 Jahre alte Polizeibeamtin und ihren Kollegen am Mittwoch kurz nach 14.00 Uhr auf dem Heilbronner Festgelände gefunden. Sie lagen mit Kopfschüssen neben ihrem Dienstwagen. Ihre Dienstwaffen und die Handschellen fehlten. Mit dem Obduktionsergebnis im Fall der toten Polizistin rechneten die Ermittler im Laufe des Freitags. Es soll jedoch nicht bekannt gegeben werden, da es sich bei dem Inhalt um Täterwissen handeln könnte.
Polizisten aus ganz Baden-Württemberg wollen an diesem Montag in Böblingen mit einem Trauerzug der ermordeten Polizistin die letzte Ehre erweisen. Anschließend wollen die Polizisten in einer Trauerfeier in der Stadtkirche St. Dionysius der 22-Jährigen gedenken. Die Beamtin war seit anderthalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Einsatz. (dpa)

