Erste Spur im Polizistenmord von Heilbronn
Die Polizei sucht nun nach der Radfahrerin, die als wichtige Zeugin gilt. Die Leiche der Polizistin aus Thüringen wurde am Donnerstag obduziert. Ergebnisse sollen am Freitag bekannt gegeben werden. Mit einem Trauergottesdienst wird am Freitagnachmittag der getöteten Beamtin gedacht.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte im Südwestrundfunk (SWR), möglicherweise handle es sich um einen kaltblütigen Racheakt und einen gezielten Schlag gegen die Landespolizei: «Man muss entlang der Kaltblütigkeit von einem Racheakt ausgehen und möglicherweise von einer Tat, die mit dem Ort gar nichts zu tun hat, also nicht Raubmord, also nicht auf frischer Tat erwischt, sondern kaltblütig. Einen Schlag gegen die Landespolizei zu führen, war vielleicht das Ziel, und dies halte ich für sehr Besorgnis erregend, weil wer dies einmal macht, macht es vielleicht auch wieder.»
Der Direktor der Bereitschaftspolizei Baden-Württemberg, Thomas Mürder, sagte, die getötete Polizistin sei seit anderthalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Einsatz gewesen. Wie ihr schwer verletzter 24-jähriger Kollege aus Sindelfingen (Kreis Böblingen) habe sie zuvor eine 30-monatige Ausbildung durchlaufen. «Sie war voll ausgebildet und eine Kollegin mit einer gewissen Erfahrung.» Die Kollegen aus der Einheit der beiden Opfer seien zurzeit nicht im Einsatz und würden betreut.
Die Opfer waren am Mittwoch kurz nach 14.00 Uhr auf dem Festgelände von einem Passanten gefunden worden. Sie lagen neben ihrem Dienstwagen. Ihre Dienstwaffen - Pistolen vom Typ P 2000 - und die Handschellen fehlten. Die beiden Polizisten waren im Rahmen des Unterstützungseinsatzes «Sichere City» im Einsatz. Diese Aktion hat den Zweck, die Kriminalität in Heilbronn einzudämmen. (dpa)

