netzeitung.deTV-Ärztin empfiehlt Muslim-Frauen mehr Sex

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Muslimische Frauen mit Kopftuch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Muslimische Frauen mit Kopftuch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In einer ägyptischen Fernsehshow spricht die Ärztin Heba Kotb offen über Sex - und bricht damit ein Tabu in der islamischen Welt.

So etwas hat es im Nahen Osten noch nicht gegeben: Eine Ärztin spricht im Fernsehen über Sex. Verheirateten muslimischen Paaren rät Heba Kotb, häufiger miteinander zu schlafen. «Habt keine Angst», ermuntert sie ihre Zuschauer. «Mit mir könnt ihr ohne Scham sprechen.»

Die vor einigen Monaten bei einem Kairoer Satellitensender angelaufene Talkshow «Das große Gespräch» ist inzwischen so populär, dass Kotb gerade einen Vertrag mit einer neuen Produktionsfirma unterschrieben hat, wie der US-Sender CNN berichtete. Außerdem seien die Termine in ihrer Arztpraxis für drei Monate ausgebucht.

Kotb hält Koran für fortschrittlich
Der Start war für die 39-Jährige allerdings nicht einfach. Drei Jahre musste sie hart verhandeln, bevor sie mit ihrem Konzept auf Sendung gehen konnte. Kotb diskutiert freimütig über Sex im Internet, die Hochzeitsnacht und Masturbation.

Ein Tabu lässt sie jedoch bestehen: Sie richtet sich nur an Paare, die verheiratet sind - so wie es der Koran vorschreibt. Dort habe sie gelesen, dass nicht allein der Ehemann zu bestimmen habe, wann Sex stattfinde, sagte sie. Der Koran räume auch Frauen ausdrücklich Rechte ein, sagte die Medizinerin, die ursprünglich Chirurgin werden wollte. Dies zeige, wie fortschrittlich die heilige Schrift sei.

Trotz des Erfolgs ihrer Show gibt es jedoch auch Kritik: Liberale Muslime vermissen Themen wie außereheliche Affären, Homosexualität und Schwangerschaften bei unverheirateten Frauen. Die Konservativen finden dagegen, dass Sex generell nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte. (nz)