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Ausstrahlung von Amokläufer-Video umstritten

19. Apr 2007 16:10
Der Amokläufer im Fernsehen
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Experten kritisieren den US-Sender NBC, der das Bekennervideo des Amokläufers von Blacksburg gezeigt hat. Es wird befürchtet, dass die Aufnahmen zur Nachahmung anregen.

Der Medienwirkungsforscher Achim Hackenberg von der Freien Universität Berlin hat davor gewarnt, dass die Ausstrahlung des Videos des Amokläufers von Blacksburg in den USA gefährliche Folgen haben könnte.

Der Sender NBC hatte am Mittwochabend den Film gezeigt, in dem der Südkoreaner Cho Seung Hui seine Tat ankündigt. Auf dem Campus der Technischen Staatsuniversität von Virginia erschoss der 23-Jährige am Montag 32 Menschen, bevor er sich selbst tötete.

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Hackenberg sagte nach der Ausstrahlung des Videos, es gebe «einen Typus von Trittbrettfahrern, die darauf vielleicht anspringen. Wenn das Potenzial für Nachahmertaten vorhanden ist, kann es durch solche Bilder zum Ausbruch kommen.»

Auch viele Studenten in den USA äußerten sich schockiert, nachdem sie die Selbstdarstellung des Amokläufers gesehen hatten. «Es war wie ein Schlag ins Gesicht», zitierte die «Washington Post» am Donnerstag die 19-jährige Kristin Fleming-Dahl.

«Reifliche Überlegung»

Der Präsident des Senders Steve Capus erklärte, die Entscheidung für die Sendung sei nach sorgfältiger reiflicher Überlegung gefallen.

Hintergrund:
Cho zeige in dem Video und seinem «Manifest» typische Zeichen einer schweren Psychose und eines Realitätsverlustes, sagte Psychologe Todd Cox dem Sender CNN. Es gebe erschreckende Einblicke in den «Geist eines Massenmörders».

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Cho Ende 2005 von einem Sonderrichter des Staates Virginia zur Begutachtung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde. CNN zitierte aus einem Gerichtspapier, in dem es heißt, Cho stelle eine Gefahr für sich selbst dar.

Zitiert wird ferner die Feststellung eines Experten, der zufolge der junge Mann auch eine Gefahr für andere sei. Wie US-Medien berichteten, wurde Cho dann aber nach nur einem Tag wieder aus der Klinik entlassen. (dpa)

 
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