netzeitung.deCharité-Schwester weist Heimtücke von sich

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Berliner Universitätsklinikum Charité (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Berliner Universitätsklinikum Charité
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Eine wegen mehrfachen Mordes angeklagte frühere Charité- Krankenschwester hat zum Prozessauftakt ihre Taten bedauert. Sie habe das alles zum Wohl der Patienten getan.

Die wegen sechsfachen Mordes angeklagte frühere Krankenschwester der Berliner Charité hat zum Prozessauftakt zugegeben, vier Patienten getötet zu haben. Sie habe aber nicht aus Heimtücke und niederen Beweggründen die tödlichen Medikamenten-Überdosen verabreicht wie es ihr von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen werde, ließ die 54-Jährige am Mittwoch in einer Erklärung verlesen.

Sie habe letztlich zum Wohle der schwerkranken Patienten gehandelt, hieß es weiter. Sie bitte die Angehörigen der Toten um Vergebung. Zum Schluss sagte sie selbst: «Ich bedauere, dass ich mit meiner Hand in das Schicksal von Menschen eingegriffen habe.»

Nur vier Taten gestanden
Die Verteidigung hatte zum Prozessauftakt die Einstellung des Verfahrens beantragt, weil bei einem Todesfall in der Anklage ein falsches Datum genannt sei. Der Richter lehnte dies jedoch mit dem Hinweis ab, es handele sich dabei offensichtlich um ein Versehen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, in den Jahren 2005 und 2006 sechs Patienten auf der Intensivstation der Kardiologie des Universitäts- Klinikums mit einer Überdosis blutdrucksenkender Mittel getötet zu haben. In zwei weiteren Fällen ist sie wegen Mordversuchs angeklagt.

Die ehemalige Krankenschwester hat vier Taten gestanden. Die anderen bestreitet sie oder äußert sich laut Staatsanwaltschaft nicht dazu. Ihr Motiv ist unklar. Die Frau war im Oktober des Vorjahres festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Fall war nach internen Hinweisen in der Charité ins Rollen gekommen. Die unübliche Häufung von Todesfällen in der Station soll zunächst einem Pfleger und später einem Oberarzt aufgefallen sein. (dpa/nz)