Täglich 40.000 «Gaffgierige» bei Knut
05.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach 118 Tagen, in denen Dörflein den von Knuts Mutter verstoßenen Bärennachwuchs mit Handaufzucht aufgepäppelt hatte, ließ der Zoo den Bären von Dienstag an öffentlich erstmals ohne seinen Pfleger auftreten. Diese Maßnahme nannte Albrecht eine «zu frühe, zu extreme und total unnatürliche Trennung». Nach seinen Angaben könne dies «im Extremfall zu Nahrungsverweigerung, dann zum Hungertod oder zu anderen gefährlichen Krankheiten» führen. In Freiheit erfolge die Trennung von der Eisbärenmutter erst zwei Jahre nach der Geburt.
Zoologe Heiner Klös sagte, Knut habe «keinerlei Besorgnis erregende Auffälligkeiten gezeigt», als Dörflein nicht bei ihm war. «Er hat ihn gesucht, etwa, wie jedes Kind am 1. Tag in der Schule Kullertränchen fließen lässt.» Laut Klös ist dafür gesorgt worden, dass Ziehvater Dörflein im Notfall «jederzeit binnen weniger Minuten bei dem Tier gewesen wäre». Klös sagte: «Dörflein hat auch abends mehrmals die Nase im Zoo hereingesteckt und nachgesehen, es war aber alles in Ordnung.»
Währenddessen bereitete sich der Zoo zu Ostern organisatorisch auf eine Steigerung des Ansturms vor. Um den unausweichlichen Stau beim Andrang von täglich 40.000 Menschen zu verhindern, sollen Sicherheitskräfte die Besucher wie im Kreisverkehr am Bärenfelsen lenken. Damit alle gute Sicht erhalten, sollen andere Besucher nach jeweils 15 Minuten nachrücken können. Den Hochrechnungen zufolge werden bis Ostermontag deutlich mehr als 300.000 Menschen Knut «live» gesehen haben. (dpa)

