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Reise-Panik nach Bluttat in Stuttgarter Airport

01. Apr 2007 14:55
Polizeibeamte bewachen den Tatort am Stuttgarter Flughafen
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Nach den tödlichen Schüssen auf eine 25-Jährige am Stuttgarter Flughafen sitzt ihr Ex-Ehemann wegen Mordes in Haft. Die Frau wurde beim Einchecken erschossen. Seitdem sind viele Fluggäste irritiert.

Den Tatort am Terminal 3 hat die Polizei mit blauen und weißen Vorhängen verhängt. Dahinter sind die Beamten der Spurensicherung bei der Arbeit. Über ihnen leuchtet meterhoch eine Anzeige: «Flugtickets zum Smile-Preis». Zum Lächeln ist nach dem blutigen Ende eines Beziehungsdramas auf dem Stuttgarter Flughafen am Samstagmorgen hier aber niemandem mehr zumute. Eine 25 Jahre alte Frau wurde vor den Augen vieler Passagiere beim Einchecken erschossen, ein unbeteiligter Mann wurde durch einen Streifschuss verletzt. Den flüchtigen Ex-Ehemann der Getöteten fasste die Polizei im Parkhaus. Seit Sonntag sitzt der 31-Jährige wegen Mordes in Haft.

Mehr in der Netzeitung:
  • Frau auf Stuttgarter Flughafen erschossen 31. Mrz 2007 10:19, ergänzt 12:41
  • Viele Fluggäste sind irritiert, der Zugang zum Terminal ist mit rot-weißen Bändern versperrt. Polizeibeamte verweisen die Passagiere an andere Abfertigungsschalter. Einen Stock tiefer ahnen viele noch nicht, was sich über ihnen abgespielt hat. Ein kleines Mädchen fährt Karussell, auf der Anzeigetafel in der Ankunftshalle rattern die schönsten Urlaubsziele rauf und runter. Lissabon, Amsterdam, Palma de Mallorca. Menschen fallen sich in die Arme, begrüßen sich mit Blumensträußen.

    Wenige Stunden nach der blutigen Tat sitzt der Schock bei vielen in Terminal 3 noch tief. «Ich kann es nicht fassen», sagt Susanne Alber, die nur wenige Meter vom Tatort entfernt Strümpfe verkauft. Kundinnen hätten ihr von den Schüssen erzählt. Ein mulmiges Gefühl habe sie bei dem Gedanken, dass so unmittelbar in ihrer Nähe jemand «einfach so herumschießen und jemanden umbringen kann».

    Auch Apothekerin Andrea Hermann ist fassungslos. Sie war zur Tatzeit bereits mit einer Mitarbeiterin im Laden und hat die Schüsse gehört. «Plötzlich sind die Menschen in Panik an unserem Geschäft vorbeigerannt», erzählt sie. Einige hätten auch dort Schutz gesucht, und jemand habe eine Decke verlangt, um das Opfer zuzudecken. Ihre Kollegin stehe noch unter Schock. Eine Augenzeugin habe berichtet, dass der Täter auf seine Ex-Frau zugegangen sei und sie mit mehreren Kopfschüssen regelrecht hingerichtet habe. Eine weitere Mitarbeiterin ist bestürzt, dass eine solche Tat «so nahe an einen heranrücken kann. Man liest ja sonst nur in der Zeitung davon.»

    Barbara Brancato arbeitet in einem Zeitungs- und Geschenkeladen und hat die Schüsse ebenfalls mitbekommen. «Ich dachte überhaupt nicht an ein Verbrechen. Ich hatte vielmehr Angst, dass der Stahlträger herunterfällt.» Erst als Menschen am Laden vorbeirannten und sich Kunden in den hinteren Teil des Geschäftes flüchteten, habe sie geahnt, dass etwas Schlimmes passiert sein müsse. An einem Stehtisch in einem Café wird das Beziehungsdrama unterdessen lebhaft diskutiert. «Der wollte sich an seiner Frau rächen, weil sie die Ehe beendet hat», spekuliert eine Frau. Der Tatverdächtige schweigt nach Polizeiangaben zunächst, auch beim Haftrichter äußert er sich nicht.

    Während in einem separaten Raum Augenzeugen der Tat psychologisch betreut werden, brummt der Flughafenbetrieb weiter. Den Start in die Osterferien wollen sich die meisten nicht verderben lassen. (Von Claudia Krüger, dpa)

     
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