netzeitung.deEin Babybär und 500 Journalisten: Knut ist da

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Wer guckt wen an? Knut und seine Fans (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Wer guckt wen an? Knut und seine Fans
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der kleine Eisbär Knut hat bei seinem ersten Spaziergang im Berliner Zoo hunderte Zuschauer begeistert. Netzeitung.de dokumentiert das enorme Interesse mit einem kurzen Videobeitrag.

Was für ein Glück für alle Bärenfans: Der Berliner Regen der vergangenen Tage hat am Freitag geendet und Sonnenschein den Vortritt gelassen.

So konnte der kleine Eisbär Knut ohne Probleme durch sein Außengehege im Berliner Zoo tapsen - unter den faszinierten Blicken von hunderten Medienvertretern und Besuchern, darunter knapp 100 internationale Kamerateams aus aller Welt. Schulklassen riefen: «Wir wollen Knut!» und «Knut darf nicht sterben!».

Taps, taps, taps - viel war es eigentlich nicht, was die Zuschauer zu sehen bekamen. Erst wollte Knut nicht so recht, machte kehrt und lief in Richtung Käfig zurück. Erst nach mehreren Anläufen traute er sich in das Freigehege hinein und nahm dort sogar ein Bad.

Tierpfleger Thomas Dörflein war immer in seiner Nähe. Und auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der die Patenschaft für Knut übernommen hat, durfte mit im Gehege stehen. Er kraulte das dreieinhalb Monate alte Jungtier, das ihn vertrauensvoll mit seiner Schnauze anstubste und seinen Schuhen schnupperte.

Gabriel nutzte den ersten Auftritt von Knut, um für den Artenschutz zu werben. Im Zoo seien Eisbären sicher, in Freiheit dagegen zunehmend gefährdet, sagte er. Weltweit gebe es nur noch 20.000 bis 25.000 Eisbären, deren Lebensraum durch die Klimaerwärmung immer weiter schwinde, so der Minister.

Eine im nächsten Jahr geplante internationale Artenschutz-Konferenz in Bonn wird sich mit Knut als Maskottchen schmücken. Live wird Deutschlands Lieblingsbär ab Samstag täglich zwischen 11 und 13 Uhr draußen zu sehen sein. Erst wenn er größer und stärker ist, soll er länger im Freien bleiben.

Knut wurde von Dörflein mit der Flasche großgezogen, weil seine Mutter Tosca ihn verstoßen hatte. Seither ist «Cute Knut» im In- und Ausland ein Medienstar, über ihn wurden auch mehrere Songs geschrieben. Er ist seit mehr als 30 Jahren das erste Eisbärbaby, das in einem Berliner Zoo überlebt hat.

Nach seiner Geburt am 5. Dezember blieb Knut 44 Tage im Brutkasten, inzwischen ist er neun Kilo schwer. Für Aufregung sorgten Berichte über angebliche Forderungen von Tierschützern, ihn wegen nicht artgerechter Aufzucht zu töten. Organisierte Tierschutz-Aktivisten protestierten umgehend.

Wegen Knut erwartet der Berliner Zoo laut Bären-Kurator Heiner Klös 200.000 bis 300.000 zusätzliche Gäste in diesem Jahr. (nz)