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Eisbärbaby Knut: Tod statt Flaschenaufzucht?

19. Mrz 2007 12:44, ergänzt 13:19
Eisbärbaby Knut knabbert an der Nase seines Ziehvaters.
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«Man hätte den Mut haben müssen, ihn sterben zu lassen», sagt ein Zoodirektor über das Berliner Eisbärbaby Knut. Experte Gansloßer hält Wildtiere generell nicht für domestizierbar.

Das Eisbärenbaby Knut in Berlin hat bundesweit eine Menge Fans. Kindlich süß und wuschelig hat er sich in die Herzen vieler Tierliebhaber getapst. Tierschützer allerdings sehen die wachsende Aufmerksamkeit, die Knut erfährt, mit großer Skepsis. Sie kritisieren die zu große Nähe zu Menschen. Einige fordern laut dem «Spiegel» gar, dem Ganzen müsse ein schnelles und hartes Ende bereitet werden: Der Eisbär müsse sterben. Die Aufzucht durch einen menschlichen Pfleger schade dem Tier.

Bilderschau:
«Die Handaufzucht ist nicht artgerecht, sondern ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz», sagte Tierschützer Frank Albrecht als Reaktion auf den «Spiegel»-Bericht der «Bild». Er fürchte, dass der Eisbär für den Rest seines Lebens verhaltensgestört sei. «Eigentlich müsste der Zoo das Eisbärenbaby töten.»

Einen Fall, in dem gegen das Tierbaby und für den Tierschutz entschieden wurde, gab es im Leipziger Zoo. Dort schläferte ein Arzt ein Lippenbärbaby ein, weil die Mutter es verstoßen hatte. «Zur artgerechten Tierhaltung zählt für mich nicht, verkümmerte, auf den Menschen bezogene Tiere in Einzelhaltung aufzuziehen», gibt die «Bild» die damalige Begründung des zuständigen Zoodirektors wieder.

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Der Direktor des Aachener Zoos, Wolfram Graf Ludwig, teilt diese Meinung, findet allerdings, dass Eisbär Knut nun nicht mehr getötet werden könne. Der Zeitpunkt sei vorbei. «Der Fehler ist passiert. Man hätte viel früher den Mut haben müssen, ihn sterben zu lassen.»

Im «Spiegel» erklärte Bären-Fachmann Udo Gansloßer, dass Wildtiere nicht zu domestizieren seien. Knuts Aufwachsen in großer Nähe zu Menschen sei deshalb ein kritikwürdiger Schritt. Andererseits: «Da er als Eisbär auf Einzelgängertum programmiert ist, wird er auch nicht leiden, wenn seine menschlichen Bezugspersonen ihn später nicht mehr besuchen können.»

«Blödsinn»

Der Berliner Zoo-Tierarzt André Schüle wies die Spekulationen über eine Todes-Spritze als «kompletten Blödsinn» zurück. «Diese zusammengebastelten Teilwahrheiten verärgern und sind nicht nachvollziehbar.» Der Fall von Knut sei nicht vergleichbar mit dem Fall des Lippenbärbabys.

Ob Knut allerdings je mit anderen Eisbären verkehren wird und kann, ist laut Tierschützern offen. Seine Mutter Tosca hatte ihn verstoßen. Seit Dezember kümmert sich ein Pfleger um Knut. (nz)

 
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