14.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Schlechte Nachrichten für die Geburtenrate: Japaner haben kaum noch Sex
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Stress und zuviel Internet halten die Japaner von den schönen Dingen des Lebens ab. Dazu zählt auch Sex, wie ein Familienexperte meint.
Einer der Gründe für die niedrige Geburtenrate in Japan könnte die Sexmüdigkeit der Bevölkerung sein. Dies legt jedenfalls eine in dieser Woche veröffentliche Umfrage nahe: Demnach hatten 39,7 Prozent der Befragten mehr als einen Monat lang keinen Sex. Die Zahl lag damit noch um fünf Prozentpunkte höher als in einer ähnlichen Umfrage vor zwei Jahren.
Und selbst unter Verheirateten lag die Rate nur geringfügig niedriger, nämlich bei 34,6 Prozent. «Das sind sehr schlechte Nachrichten für die Geburtenrate des Landes», meinte Kunio Kitamura, der Direktor der Japanischen Vereinigung für Familienplanung, die im November rund 2700 Fragebögen an zufällig ausgewählte Personen ausgegeben hatte. 636 Männer und 773 Frauen antworteten.
Die Lage sei düster, sagte Kitamura. «Meine Forschung zeigt, dass, wer einen Monat lang keinen Sex hatte, vermutlich auch ein Jahr lang keinen hat.» Er machte dafür einerseits Stress im Arbeitsleben verantwortlich, andererseits seien in der vom Internet geprägten Gesellschaft physische Kommunikationsfähigkeiten verloren gegangen.
In einer Studie der Universität von Chicago zur sexuellen Zufriedenheit in 29 Ländern im vergangenen Jahr kam Japan auf den letzten Platz. 2005 landete Japan in einer Umfrage des Kondomherstellers Durex unter 41 Ländern ebenfalls auf dem letzten Platz: Demnach haben die Menschen dort 45 Mal im Jahr Sex, im weltweiten Durchschnitt sind es der Umfrage zufolge 103 Mal. Die Geburtenrate fiel 2005 auf ein Rekordtief von durchschnittlich 1,26 Kinder pro Frau. (AP)